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Grossunternehmen in der Zentralschweiz: Ein Kommen und Gehen

Konzerne wie Shire und Amag geben sich in unserer Region die Klinke in die Hand. Für Nachwuchs sorgen vor allem Stromer und Spitäler.
Maurizio Minetti
In diesem Gebäude auf dem Siemens-Areal ist Shire heute noch präsent. Doch bald folgt der Wegzug. (Bild: Werner Schelbert, Zug, 24. Januar 2014)

In diesem Gebäude auf dem Siemens-Areal ist Shire heute noch präsent. Doch bald folgt der Wegzug. (Bild: Werner Schelbert, Zug, 24. Januar 2014)

Der Umzug hat diese Woche begonnen: Aus Schinznach, Baden-Dättwil und Zürich strömen sie nach Cham. Ab dem 1. Dezember werden fast tausend Angestellte am neuen Hauptsitz des Autoimporteurs Amag in Cham arbeiten. Schon heute beschäftigt Amag in der ganzen Zentralschweiz mehr als 500 Personen. Damit rangiert das Unternehmen derzeit auf Platz 68 der Liste der grössten Arbeitgeber der Region. Mit bald 1500 Beschäftigten wird der Autoimporteur nächstes Jahr unter die Top 20 aufsteigen. Für den Kanton Zug ist Amag ein Vorzeigeprojekt. Unter anderem deshalb, weil der Milliardenkonzern auch den Steuersitz nach Cham verlegt.

Doch dieses Jahr gab es für Zug auch einen Rückschlag: Der irische Pharmakonzern Shire – vor einem Jahr noch mit 650 Angestellten auf Platz 122 der Liste – zieht bis Ende Jahr weg aus der Stadt Zug. Grund dafür ist die Übernahme durch den japanischen Pharmakonzern Takeda, der sich Richtung Zürich orientiert. «Das ist eben auch Teil der Wirtschaft. Oft haben wir profitiert, jetzt ist es mal auf die andere Seite gekippt», sagte damals Bernhard Neidhart, Leiter des Zuger Amts für Wirtschaft und Arbeit.

Die Fälle Amag und Shire illustrieren, in welcher Liga der Kanton Zug mitspielt. Hier geben sich Grosskonzerne die Klinke in die Hand. Doch dieses Jahr sorgte für einmal nicht Zug, sondern der Kanton Luzern mit einer prominenten Neuansiedlung für Furore: Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas verlegt die Abwicklung des globalen Handelsgeschäfts schrittweise bis Mitte 2020 von den Niederlanden nach Root. Die ersten Mitarbeitenden haben in diesen Tagen den neuen Standort in Betrieb genommen. Etwa 80 Personen arbeiten mittlerweile in Root, insgesamt werden es bald über 100 Mitarbeitende sein. Auf die Liste der grössten Arbeitgeber der Region schafft es Adidas damit zwar bei weitem nicht, doch der prominente Name könnte weitere Firmen anziehen – so die Hoffnung der Wirtschaftsförderer.

Pharmafirmen haben noch Aufholpotenzial

Mit ausländischen Konzernen ist es aber so eine Sache. Geht es um die Schaffung von Lehrstellen, haben sie meistens viel Aufholpotenzial. So hatte Shire bei 650 Angestellten zuletzt nur zwei Lernende in Zug. Auf der aktuellen Liste fällt auf, dass Pharmakonzerne generell oft eine tiefe Lehrlingsquote haben. Bei MSD in Luzern sind es zum Beispiel nur fünf Lernende bei 760 Angestellten. Eine MSD-Sprecherin räumt ein:

«Wir müssen an der Lehrlingsquote arbeiten. Es ist ein Thema, das wir intern aufgreifen werden.»

Unter den grössten Arbeitgebern gibt es gar Firmen, die überhaupt keine klassischen Lernenden beschäftigen. Securitas mit Sitz in Luzern hat in der Zentralschweiz 549 Personen auf der Gehaltsliste – aber keinen einzigen Lehrling. Securitas-Chef Beat Glutz von Blotzheim betont aber: «Es gilt zu bedenken, dass wir sehr massiv eine Zweitberufsausbildung betreiben. Das heisst, wir bilden Erwachsene als Berufsumsteiger in einem neuen Beruf aus, welcher in drei möglichen Eidgenössischen Fachausweisen mündet.»

Null Prozent beträgt die Lehrlingsquote auch bei der Liechtensteiner Private-Banking-Gruppe LGT in Pfäffikon – bei insgesamt 317 Beschäftigten in der Region. «Die Qualität unserer Ausbildungen ist uns sehr wichtig», sagt dazu eine LGT-Sprecherin. «Aus diesem Grund bilden wir unsere aktuell 23 Lernenden jeweils am Hauptsitz in Liechtenstein aus», sagt sie. Darunter befänden sich auch Schweizer. An den Standorten in der Schweiz biete LGT hingegen Praktikumsstellen an.

Dass es anders geht, beweisen andere Finanzinstitute. So beschäftigt die Grossbank UBS in der Zentralschweiz 61 Lernende bei einer Gesamtbelegschaft von 334 Personen. Auch Raiffeisen, Credit Suisse und Luzerner Kantonalbank gehören zum oberen Drittel, was die Zahl der Lernenden im Verhältnis zur Belegschaft betrifft. Diese Liste führt nach wie vor der Elektroinstallateur Maréchaux an, dahinter folgen Frey + Cie, UBS, CKW und das Spital Schwyz. In absoluten Zahlen beschäftigt das Luzerner Kantonsspital am meisten Lehrlinge. Auch die Stiftung Brändi, Coop, Migros und die Privatklinikgruppe Hirslanden beschäftigen viele Lehrlinge.

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