Wettbewerbskommission
Grünes Licht für Werbe-Allianz von Swisscom, SRG und Ringier

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat das Gemeinschaftsunternehmen von Swisscom, SRG und Ringier genehmigt. Es werde zwar ein starkes Unternehmen entstehen, es sei aber keine Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs zu erwarten.

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Die Swisscom spannt mit der SRG und Ringier zusammen. Im Bild: Swisscom-Chef Urs Schaeppi. (Archivbild)

Die Swisscom spannt mit der SRG und Ringier zusammen. Im Bild: Swisscom-Chef Urs Schaeppi. (Archivbild)

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Neben der verstärkten Zusammenarbeit in der Vermarktung von Online-, TV- und Radiowerbung planen die Kooperationspartner über Swisscom-TV zielgruppenspezifische TV-Werbung in der Schweiz einzuführen.

Die Weko erwartet laut einer Mitteilung vom Mittwoch, dass das Gemeinschaftsunternehmen zwar zu einem der stärksten Marktteilnehmern im Bereich der Werbevermarktung aufsteigen wird. Laut Weko bestehen aber bei der Werbung in TV-, Online-, Radio- und Printbereich weiterhin starke Wettbewerber.

Marktentwicklung ungewiss

Zudem sei die Marktentwicklung bei zielgerichteter TV-Werbung derzeit ungewiss. Damit sind laut Weko die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Verbot oder für Auflagen nicht erfüllt.

Verband Schweizer Medien bedauern Entscheid

Der Verband der Schweizer Medien (VSM) bedauert den Entscheid der Weko. Dieser komme jedoch nicht überraschend, schreibt der VSM in einer Mitteilung vom Mittwoch. Erwartet hatte der VSM den Entscheid, weil die Weko die Wettbewerbsverzerrung durch die Beteiligung der staatlich kontrollierten Swisscom und der gebührenfinanzierten SRG beim Entscheid nicht berücksichtigen konnte. Aus Sicht des VSM liegt es deshalb am Bundesamt für Kommunikation (Bakom) einzugreifen. So solle das Bakom die Allianz in dieser Form entweder untersagen oder sicherstellen, dass die Nutzerdaten der Swisscom und der SRG sowie die Inhalte der SRG diskriminierungsfrei zu den gleichen Konditionen weitergegeben werden, oder sich alle interessierten Partner gleichberechtigt an der Allianz beteiligen können.

In einem gemeinsamen Communiqué stellten die Kooperationspartner fest, dass die Schweizer Werbemarkt durch den Weko-Entscheid Rückenwind erhalte. Die Dienstleistungen des neuen Unternehmens würden allen Werbeauftraggebern, Agenturen sowie weiteren Anbietern von Werbeinventar offenstehen.

Im August hatten die drei Unternehmen mitgeteilt, dass sie ihre Nutzerdaten in die neue Firma einbringen wollen, die Swisscom zudem ihr technisches Knowhow, die SRG und Ringier ihre Werbeplattformen.