Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Gruppenreisen sind zunehmend verpönt

Chinas Exportindustrie leidet unter dem Handelskonflikt mit den USA. Auch der Konsum der Chinesen wächst nicht mehr ganz so schnell. Der Tourismus aber boomt.
Felix Lee, Peking
on Vitznau a

on Vitznau a

Ungeachtet des verlangsamten Wachstums bleibt im Reich der Mitte die Begeisterung für Reisen ins Ausland gross. Allein im vergangenen Jahr ist die Zahl chinesischer Auslandstouristen um 13,5 Prozent auf 162 Millionen gestiegen. Chinesen sind damit die Reiseweltmeister. Sie geben zugleich eine Menge Geld aus. Der Tourismusorganisation der Vereinten Nationen zufolge sind die Ausgaben der chinesischen Touristen im Ausland um 5 Prozent auf 268 Milliarden Dollar gestiegen. Das ist mehr als doppelt so viel wie US-Bürger im Ausland ausgeben. Reisende in der Schweiz gaben dem chinesischen Tourismusverband zufolge 2017 im Schnitt rund 350 Franken am Tag aus.

Die meisten reisen nach Hongkong und Taiwan

Rund die Hälfte der chinesischen Auslandstouristen ist vor allem in der Region Greater China unterwegs, fliegt also vor allem nach Macao, Hongkong und Taiwan. Gerade einmal rund 9 Prozent der Auslandreisen führten im vergangenen Jahr nach Europa. In absoluten Zahlen dürfte die Zahl der chinesischen Europa-Reisenden in den nächsten Jahren dennoch deutlich zunehmen. Das Potenzial ist enorm: Gerade einmal rund 10 Prozent der Chinesen in der Volksrepublik verfügen bislang über einen Reisepass. Das China Outbound Tourism Research Institute (Cotri) in Hamburg schätzt, dass schon in fünf Jahren mehr als 250 Millionen Chinesen ins Ausland reisen werden. Bleibt der Anteil der chinesischen Touristen, die Europa bereisen, bei rund zehn Prozent, hiesse das in absoluten Zahlen eine Steigerung von derzeit rund 13 Millionen auf 25 Millionen Touristen im Jahr.

Zugleich verändert sich aber das Reiseverhalten der Chinesen deutlich. Viele bereisen Europa zwar immer noch gerne in Gruppen – oft in einem äusserst engen Zeitrahmen. Zehn Länder in 14 Tagen sind keine Seltenheit. Sie steigen gerne in grossen Kettenhotels ab und bevorzugten China-Restaurants. «Gruppenreisen sind definitiv out», heisst es nun aber im «Chinese International Travel Monitor 2018» vom Buchungsportal hotels.com. Zwei Drittel der chinesischen Touristen würden inzwischen gerne alleine oder mit der Familie reisen.

Zudem bleiben sie im Schnitt mit acht bis neun Tagen pro Reise länger an einem Ort. Früher reisten sie nur an den Feiertagen rund um das chinesische Neujahrsfest im Februar oder in den beiden Goldenen Wochen Anfang Mai und Anfang Oktober. Heute reisten viele hingegen das ganze Jahr über. Auch ausgiebige Einkaufstouren stehen nicht mehr im Fokus ihrer Reisen.

«Das Interesse an historischen Sehenswürdigkeiten, Museen und Outdoor-Aktivitäten hat zugenommen»,

sagt Wang Xiaopin von China International Travel Service. Paris, Rom und London seien zwar nach wie vor die bevorzugten Reisedestinationen. Aber auch Wandern in den Alpen gewinne an Popularität. Wang zufolge bleibt für Chinesen Luzern unangefochten das beliebteste Reiseziel in der Schweiz.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.