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Käseexport: Gruyère überholt Emmentaler

Schweizer Käseausfuhren erreichen im ersten Halbjahr ein neues Allzeithoch. Dafür mitverantwortlich ist unter anderem der Gruyère. Dessen Absatz legt insbesondere in den USA zu und lässt damit den Emmentaler in der Exportstatistik hinter sich.
Raphael Bühlmann
Blick in eine Gruyère-Käserei in der Gemeinde Ballens VD. (Archivbild: Gaetan Bally/Keystone)

Blick in eine Gruyère-Käserei in der Gemeinde Ballens VD. (Archivbild: Gaetan Bally/Keystone)

Schweizer Käse ist weltbekannt. Ein grosser runder Laib, innen goldgelb und mit seinem typischsten Markenzeichen durchsetzt: Löcher, so gross wie Fünfliber. Klar, beim berühmtesten Schweizer Käse im In- und Ausland handelt es sich um den Emmentaler. Ein Bild, das es nun wohl zu revidieren gilt, wie die neueste Publikation der Berner Treuhandstelle TSM zeigt. Sie erhebt im Auftrag des Bundes die Marktdaten zum Schweizer Käse.

Demnach verliert der Emmentaler, einstiger Exportschlager der Schweizer Käsewirtschaft, auf den Auslandmärkten weiter an Boden. Insbesondere im Vergleich zum Gruyère. 2017 lagen die beiden Sorten, die 32 Prozent der gesamten Schweizer Käseexporte auf sich vereinen, bei den Ausfuhren noch gleichauf. Nun aber zieht der Greyerzer davon. 5802 Tonnen wurden im ersten Halbjahr exportiert, 14 Prozent mehr als in der vergleichbaren Vorjahresperiode und fast 600 Tonnen mehr als beim Emmentaler. Vor allem die US-Amerikaner scheinen auf den Geschmack des Freiburger Halbhartkäses gekommen zu sein. Ein Drittel mehr wurde in den ersten sechs Monaten über den Atlantik geschifft.

Gruyère hofft auf Freihandel mit Mercosur

Philippe Bardet ist Direktor der Sortenorganisation bei Gruyère. Er sagt, dass es ein grosser Vorteil sei, dass man in verschiedenen Ländern präsent sei und vor Ort gezielt Markenaufbau betreibe. «Die Märkte in Deutschland, den Beneluxländern, Grossbritannien und den USA laufen gut», bilanziert Bardet. Sogar im Käseland Frankreich habe man Marktanteile zurückgewinnen können. Und die Situation hätte sich allgemein wieder etwas beruhigt. Bardet spricht dabei von den Ereignissen, die ab Sommer 2014 bis Frühling 2015 die ganze Schweizer Käsewirtschaft durchgeschüttelt haben. Das Embargo Russlands gegen europäische Lebensmittel, die Aufgabe der Euro-Untergrenze der Schweizer Nationalbank und das Ende der Milchquote in der EU. All dies führte dazu, dass mehr Käse in Europa und – durch den seit 2007 vollständig liberalisierten Markt – auch in der Schweiz auf den Markt drängte.

Der starke Franken verteuerte zudem die Schweizer Exporte. «Das ist nun überwunden», sagt Bardet. Trotz dieser Marktverwerfungen hofft der Gruyère-Direktor dennoch, dass betreffend Freihandel mit Südamerika schnell eine Lösung gefunden wird. «Wenn uns verlässliche Rahmenbedingungen garantiert werden, gehen wir davon aus, dass wir durch ein Abkommen mehr Käse nach Südamerika liefern können», so Bardet.

Aus den jüngst publizierten TSM-Zahlen geht ebenfalls hervor, dass sich die Käseexporte allgemein erfreulich entwickelt haben. Im ersten Halbjahr beliefen sich die Ausfuhren auf total 33933 Tonnen – 6,4 Prozent oder 2053 Tonnen mehr als 2017. «Die Euro-Franken-Krise scheint überwunden», kommt dabei auch TSM zum Schluss. Der wichtigste Handelspartner blieb auch im ersten Halbjahr 2018 die Europäische Union mit rund 80 Prozent oder 27366 Tonnen (+4,7 Prozent) der exportierten Menge. Nach Deutschland gingen 13128 Tonnen, gefolgt von Italien (6081 Tonnen), Frankreich (2251 Tonnen) und den Beneluxstaaten (1741 Tonnen). Die Exporte in Länder ausserhalb Europas nahmen in den ersten sechs Monaten um 818 Tonnen (+14,2 Prozent) auf total 6566 Tonnen zu.

Preise ziehen weiter an

Ebenfalls bemerkenswert: Nicht nur die Exportmengen, sondern auch die Preise ziehen seit einigen Jahren wieder an, wie ein Blick in die Statistik der eidgenössischen Zollverwaltung verrät. Im ersten Halbjahr 2015 exportierte die Schweiz noch Käse für 8.40 Franken das Kilo. Jetzt sind es fast 8.75 Franken (siehe Grafik links oben). Multipliziert mit den gestiegenen Mengen, ergibt dies den Rekordexport von gut 285 Millionen Franken (siehe Grafik links). Dafür mitverantwortlich sind unter anderem die Erfolge von höherpreisigen Sorten wie etwa dem Gruyère. Dieser passiert für 12 bis 13 Franken pro Kilo die Landesgrenze.

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