bescheidener Anstieg der Arbeitslosenzahl
Gute Aussichten dank Wetter

Das gute Wetter sorgte im Oktober für einen vergleichsweise bescheidenen Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 115 auf 14 770 Personen. Die starke Zunahme der Kurzarbeit ist statistisch bedingt.

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Panorama Kanton Bern

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Berner Rundschau

Bruno Utz

Im Oktober verharrte die Arbeitslosenquote im Kanton Bern bei 2,8 Prozent. Das Plus von 115 Personen sei für einen Oktober «unvergleichlich weniger hoch als in anderen Jahren», sagt Anton Bolliger, Fachbereichsleiter Arbeitsmarkt auf der Volkswirtschaftsdirektion. Vor einem Jahr stieg die Zahl beispielsweise um 502 Personen an.

Das gute Wetter habe sich vor allem beim Gastgewerbe und fürs Baugewerbe erfreulich ausgewirkt. Deswegen seien Arbeitsverhältnisse verlängert oder kurzfristig sogar neue Leute angestellt worden. Davon hätten auch die Jungen profitiert, sagt Bolliger.

Sowohl in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen (-244 auf 2969) als auch bei den Lehrlingen (-63 auf 415) sowie bei den Schulabgängern und Studierenden (-8 auf 310) konnten denn auch Rückgänge festgestellt werden. «Junge sind oft die ‹Manöveriermasse›, der Oktober bot gute Beschäftigungsmöglichkeiten für sie», so Bolliger

Vielleicht Talsohle erreicht?

45 weniger Arbeitslose wurden in der Maschinen- und Elektroindustrie gezählt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass hier die Talsohle erreicht ist.» Die nächsten zwei, drei Monate würden Klarheit schaffen, ob der positive Trend anhält.

Nochmals um 511 auf insgesamt 21 396 Personen angestiegen ist die Zahl der Stellensuchenden. Laut Bolliger befinden sich darunter auch viele, die zwar gekündigt sind, aber immer noch arbeiten können. Einige davon fänden möglicherweise eine neue Stelle, bevor sie arbeitslos werden.

In einem Dutzend der 26 Amtsbezirke stieg die Zahl der Arbeitslosen an, in weiteren acht sank sie, darunter auch in den Bezirken Aarwangen und Büren (vergleiche Tabelle). Am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen war - wie bereits seit längerer Zeit - Biel. «Weniger qualifizierte Personen leben vorzugsweise in Städten oder Agglomerationen und nicht in ländlichen Gebieten», erklärt Bolliger. Zudem sei Biel ein Zentrum der Uhren- und der Maschinenindustrie.

Die massive Zunahme der Kurzarbeit - im Oktober wurden 288 Gesuche für 5131 betroffene Mitarbeitende bewilligt - erklärt Bolliger als «statistischen Effekt». Die bezüglich Mitarbeiterzahl Verdreifachung gegenüber September hänge mit der vom Bundesrat im April erlaubten Umstellung der Bewilligungsperiode von drei auf sechs Monate zusammen. «Deshalb sanken die Zahlen ab Juli bis September stark.»

Verwaltung und Landwirtschaft

Die im Vergleich zur Schweiz tiefe kantonale Quote gründe beim hier starken Verwaltungsanteil und den davon direkt abhängigen Dienstleistern sowie im überproportionalen Anteil der Landwirtschaft am Branchenmix. «Diese Bereiche sind deutlich weniger stark von Arbeitslosigkeit betroffen.»