Schwyzer Kantonalbank schreibt trotz Gegenwind ihr viertbestes Ergebnis

Nach dem Rekordergebnis vom letzten Jahr zieht bei der Kantonalbank eine Normalisierung ein. Trotzdem bleibt ein Bilanz­gewinn von 77,1 Millionen Franken. Der Kanton erhält 47,7 Millionen Franken Ausschüttung.

Jürg Auf der Maur
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Die SZKB wird als sicherer Hort für Gelder betrachtet. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (12. Mai 2017)

Die SZKB wird als sicherer Hort für Gelder betrachtet. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (12. Mai 2017)

Zufriedene Gesichter an der Präsentation des Geschäftsergebnisses 2018 der Schwyzer Kantonalbank. «Wir sind wieder auf dem Boden der Realität angelangt», führte SZKB-Bankratspräsident Kuno Kennel aus. Das Rekordergebnis vom letzten Jahr konnte nicht mehr erreicht werden. «Wir dürfen aber das viertbeste Geschäftsergebnis seit der Gründung der Bank vor 128 Jahren vorstellen», ergänzte der zufriedene CEO Peter Hilfiker.

In der Tat: Die Schwyzer Kantonalbank erzielte 2018 einen Jahresgewinn von 76,6 Millionen Franken. Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 18,3 Milliarden. Inklusive Jahresgewinn erreichte das Eigenkapital damit eine Höhe von 1,9 Milliarden Franken. Gegenüber dem von positiven Einmaleffekten geprägten Rekordgewinn von 2017 normalisierte sich das Ergebnis im laufenden Jahr. «Im letzten Jahr blies der Wind in alle unsere Segel», illustrierte Kennel das Vorjahresergebnis. Jetzt hat sich die Situation wieder im «normalen» Rahmen eingependelt. Der Geschäftsaufwand nahm nur um 0,7 Prozent auf 105,2 Millionen Franken zu. Das Verhältnis Kosten zum Ertrag, die sogenannte Cost/Income-Ratio, verschlechterte sich auf 43,6 Prozent von 42,6 Prozent im Vorjahr.

Umfeld drückte noch besseres Ergebnis

Verschiedene Faktoren machten den Bankverantwortlichen im vergangenen Jahr zu schaffen. Zum einen liegt die Entwicklung der Schwyzer Wirtschaft 2018 insgesamt hinter dem Wachstum der Schweiz zurück. Zum anderen bekam die Schwyzer Kantonalbank auch die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt zu spüren. Dort üben die Pensionskassen vermehrt Druck aus, ebenso sind die Leerwohnungsbestände im Kanton Schwyz grösser geworden. Hilfiker will die Situation aber nicht dramatisieren. Die Lage sei im Kanton Schwyz weniger schlimm als in anderen Kantonen – etwa im Aargau. Trotzdem sagt er: «Die guten Baulagen gehen im Kanton Schwyz offensichtlich langsam aus.» Insgesamt sei der Kampf um Marktanteile grösser geworden, es habe ein Wechsel von einem Vermieter- zu einem Mietermarkt stattgefunden. Die Hypothekarforderungen stiegen um 4,1 Prozent auf rund 18300 Millionen Franken. Beim «Neuproduktionsvolumen» erreichte die Bank sogar einen Rekordwert von 1951 Millionen Franken, was einem Wachstum von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Keine Weitergabe von Negativzinsen an Kunden

Dass die Schwyzer Kantonalbank als sicherer Hort für Gelder betrachtet wird, zeigt der bedeutende Zufluss an Kundengeldern. Dieser stieg 2018 um 5,2 Prozent auf 625 Millionen Franken. Zu schaffen machen der Bank weiterhin die durch die Schweizerische Nationalbank festgelegten Negativzinsen. Die Schwyzer Kantonalbank versichert jedoch, diese auch 2019 nicht an Privatkunden weiterzugeben. Bewegung in der Zinslandschaft werde es vor Ende 2019 kaum geben. Um knapp 4 Prozent gewachsen sind die ausserkantonalen Kundeneinlagen. Rückläufig war der Betriebsertrag, nämlich um 7,5 Prozent auf 232 Millionen Franken. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Bank 486,9 Personen.