Gutes Jahr für die Schwyzer Kantonalbank: Kanton erhält 40 Millionen

Die Schwyzer Kantonalbank schaut auf ein happiges Jahr zurück, schreibt allerdings das drittbeste Ergebnis.

Jürg Auf der Maur
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Sitz der Schwyzer Kantonalbank in Schwyz.

Sitz der Schwyzer Kantonalbank in Schwyz.

Bild: Alexandra Wey/Keystone (12. Mai 2017)

Was viele befürchteten und auch davor warnten, ist nicht eingetroffen. Trotz schwierigem Umfeld kann die Schwyzer Kantonalbank auch heuer wieder auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Der öffentliche Wirbel um Bankratspräsident Kuno Kennel führte zwar zu dessen Rücktritt. Zu einem nachhaltigen Imageschaden, der gar eine Auswirkung auf das Geschäftsergebnis gehabt hätte, kam es deswegen aber nicht. Das erklärten gestern der interimistische Bankratspräsident Karl Roos und Peter Hilfiker, CEO der Schwyzer Kantonalbank, an der jährlichen Bilanzmedienkonferenz.

Geschäftliche Schwierigkeiten bot dagegen anderes. «Wir wären unendlich froh, wenn die Zeit der Negativzinsen endlich vorbei wäre», erklärte Hilfiker. Vermutlich werde dieser Zustand aber noch längere Zeit anhalten, «vielleicht sogar die nächsten fünf oder noch mehr Jahre».

Wachstum in den wichtigsten Bereichen

Umso mehr lassen die guten Zahlen 2019 aufhorchen. Die erfolgreichste Schweizer Kantonalbank schliesst 2019 mit dem drittbesten Ergebnis in ihrer Geschichte ab. Der Geschäftserfolg als Mass für die operative Leistungsfähigkeit nahm um 3,4 Prozent auf 121,6 Millionen Franken zu. Die Schwyzer Kantonalbank steigerte nicht nur ihren Ertrag und verdiente mehr als im Vorjahr, erstmals überstieg die Bilanzsumme auch die Marke von 20 Milliarden Franken.

Unter dem Strich resultierte ein Jahresgewinn von 78,2 Millionen Franken. Das sind 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Betriebsertrag konnte um 2,9 Prozent auf 239 Millionen Franken gesteigert werden. Dazu steuerte das wichtigste Standbein, das Zinsengeschäft, einen Nettoerfolg von 168,5 Millionen Franken bei. Einmal mehr erfreulich entwickelte sich auch das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Es nahm um 5,5 Prozent auf 44,3 Millionen Franken zu.

Massgeblich verantwortlich war gemäss der SZKB der deutliche Anstieg des Vermögensverwaltungs- und SZKB-Fondsvolumens. Profitieren vom guten ­Ergebnis kann die Schwyzer Staatskasse. Ihr werden 39,8 Millionen Franken aus dem Gewinn zugewiesen.

7000 neue Kunden trotz vieler Negativschlagzeilen

Zulegen konnte das Schwyzer Bankhaus auch dank der höheren Erträge aus der Bewirtschaftung der Devisenbestände. Hier wurde gar ein Zuwachs von nicht weniger als 29,1 Prozent auf 20,4 Millionen Franken verzeichnet. Dass das Vertrauen in die Bank trotz Negativschlag­zeilen im letzten Jahr nicht beeinträchtigt wurde, zeigt auch die Zahl der Neukunden. Diese wuchs im vergangenen Jahr um nicht weniger als rund 7000 Personen. Das Eigenkapital erreicht mittlerweile 1,9 Milliarden Franken. Der Geschäftserfolg konnte um 4,0 Millionen Franken auf 121,6 Millionen Franken gesteigert werden. Der Personalbestand nahm leicht um vier Vollzeitstellen ab. «Wir gehen davon aus, dass das nächste Jahr in etwa gleich verlaufen könnte», wagte Hilfiker auch einen Blick ins Geschäftsjahr 2020.