Corona haben sie besser gemeistert als die Finanzkrise: Gutes Zeugnis für UBS und CS

Die Coronakrise hat auch gezeigt, wer für schlechte Zeiten vorgesorgt hat und wer nicht. Die Banken stehen diesmal gut da.

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Für das Szenario eines kurzen heftigen Wirtschaftsabschwungs sind die Schweizer Banken gut gewappnet, schreibt die Nationalbank in ihrem diesjährigen Bericht zur Finanzstabilität. Für einmal fällt die Beurteilung für UBS und Credit Suisse besser aus als für die Gruppe der inlandorientierten Kantonal-, Regional- und Raiffeisenbanken.

Zwar müssten die beiden Grossbanken auch in den kommenden Quartalen erhöhte Rückstellungen für Kreditverluste erwarten, nachdem sie bereits im ersten Quartal 570 Millionen Franken (CS) bzw. 270 Millionen Dollar (UBS) dafür zur Seite gelegt hatten. Doch von weiteren Marktverwerfungen, welche die Grossbanken im ersten Quartal ebenfalls dreistellige Millionenbeträge an Bewertungsverlusten gekostet haben, geht die SNB in ihrem Grundszenario nicht aus.

Die Grossbanken hätten seit der Finanzkrise nicht nur dicke Kapitalpuffer angelegt, sondern auch ihre Profitabilität verbessert, stellt die SNB fest. Diese bewege sich inzwischen über dem europäischen, wenn auch noch unter dem amerikanischen Durchschnitt. Eine erneute Verschlechterung der Lage, etwa durch eine zweite Pandemiewelle, würde den Grossbanken selbstredend härter zusetzen und vermutlich grössere Verluste im Kreditgeschäft bewirken. Doch die Institute sind im Urteil von SNB-Vize Fritz Zurbrügg «gut aufgestellt, um die Herausforderungen des aktuell schwierigen Umfeldes zu meistern».

Vorsichtiger tönt Zurbrügg mit Blick auf den Zustand der inlandorientierten Kreditbanken, die im Unterschied zu den diversifizierten Grossbanken stark vom Hypothekengeschäft leben. Diese Banken operieren schon jetzt auf einem tiefen Profitabilitätsniveau, sodass einige durch die Krise sogar in die Verlustzone abrutschen könnten.

Vor diesem Hintergrund streicht die Nationalbank die Bedeutung der Kapitalpuffer für die Inlandbanken besonders heraus: «Sie tragen dazu bei, die Kreditvergabe- und Verlusttragfähigkeit des Bankensektors auch dann sicherzustellen, wenn die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie heftiger ausfallen sollten als bisher erwartet.» (dz)