Guy Lachappelle wird Bonus gestrichen

Wegen seines Wechsels ins Präsidium der Raiffeisen muss der Noch-Chef der Basler Kantonalbank auf einen Teil seines Gehalts verzichten.

Beat Schmid
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Guy Lachappelle, CEO der Basler Kantonalbank. Bild: Georgios Kefalas/Keystone (Basel, 1. März 2018)

Guy Lachappelle, CEO der Basler Kantonalbank.
Bild: Georgios Kefalas/Keystone (Basel, 1. März 2018)

Fliegende Wechsel kennt man eigentlich nur vom Eishockey. Dass es auf höchster Managementebene wie im Eisstadion zu und her geht, ist eine Seltenheit.

Der Wechsel von Guy ­Lachappelle ins Präsidium von Raiffeisen Schweiz ist eine solche Ausnahme. Wie letzte Woche bekannt geworden, soll der Chef der Basler Kantonalbank (BKB) am 10. November zum neuen Präsidenten des Verwaltungsrats der Raiffeisen gewählt werden. In nur zwei Monaten wird der Wechsel von Basel nach St. Gallen voll­zogen. Eine so kurze Übergangs­phase ist in der Schweizer Unternehmenswelt einmalig. Spitzen­manager sind normalerweise an Kündigungsfristen von sechs bis zwölf Monaten gebunden.

Möchte ein Firmenchef wechseln, dann reicht er ganz normal seine Kündigung ein. In der Folge wird er meist per sofort freigestellt und muss dann seine Kündigungsfrist aussitzen, bis er am neuen Ort anfangen kann. Warum pocht die BKB also nicht auf Einhaltung der Kündigungsfrist und lässt ihn stattdessen einfach so ziehen? Und wieso muss sich der CEO nicht an die Kündigungsfrist halten?

Offiziell sagt die BKB dazu, dass man sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt habe. Aus dem Umfeld des Verwaltungsrats heisst es aber, dass man keine andere Wahl hatte, als ihn frühzeitig ziehen zu lassen. Man habe den überstürzten Wegzug schlicht und einfach akzeptieren müssen. Offenbar befürchtete man, sich Ärger mit der Raiff­eisen einzuhandeln – immerhin die Nummer drei im Schweizer Banking. Ausserdem sah man keinen Vorteil darin, einem wechselwilligen CEO die Zukunft zu verbauen. «Einen unmotivierten CEO an der Spitze der Bank zu haben, bringt niemandem was», sagt eine Quelle.

Bonus beträgt 376900 Franken

Wohl wahr. Zumal sich Lachappelle gemäss mehreren Quellen aktiv für das Amt bemüht hat. Er habe sich für das Spitzenmandat beworben. Mit 57 Jahren wollte er sich operativ zurücknehmen und eine Karriere als Verwaltungsrat einschlagen. Mit Raiffeisen als Ankermandat verspricht dies ein idealer Start.

Wenigstens wird die BKB ihrem scheidenden CEO den Abschied nicht auch noch versüssen. Wie aus dem Innern der Bank zu hören ist, muss Lachappelle auf sämtliche variable Lohnbestandteile verzichten. Also auf den Cash-Bonus für das Jahr 2018 sowie auf die aufgeschobenen Bonus-Bestandteile, die im sogenannten EP-Cash-Plan vier Jahre gesperrt sind. ­Gemäss Geschäftsbericht betrug Lachappelles Bonus für letztes Jahr 376900 Franken, dies bei einer Gesamtentschädigung von 1,2 Millionen. Auf die aufgeschobenen Boni muss er nicht verzichten. Gemäss Vergütungsbericht werden ihm diese trotz selbst gewollter Kündigung pro rata temporis ausbezahlt. Eine offene Frage ist, ob Raiffeisen Lachappelles Bonusausfall kompensieren wird. Eine entsprechende Anfrage blieb am Dienstag unbeantwortet.