Hackerangriff auf Aebi Schmidt

Die Firma des Stadler-Patrons Peter Spuhler kämpft mit Erpresser-Software.

Stefan Borkert
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Räumfahrzeug am Flughafen aus dem Hause Aebi Schmidt. (Bild: PD)

Räumfahrzeug am Flughafen aus dem Hause Aebi Schmidt. (Bild: PD)

Aebi Schmidt mit Sitz in Frauenfeld ist womöglich von Hackern angegriffen worden. Das vermelden verschiedene Onlineportale wie etwa Techcrunch.com aus den USA oder Digitalmunition.me. Demnach ist das Unternehmen, das mehrheitlich Stadler-Patron Peter Spuhler gehört, Opfer eines Hackerangriffs mit Erpressersoftware geworden. Die IT-Systeme von Aebi Schmidt seien infiltriert, heisst es. Teils sei das Netzwerk im Unternehmen lahmgelegt worden. Betroffen sind demnach in erster Linie Standorte in Europa.

Aebi Schmidt stellt unter anderem Räumfahrzeuge für Flughäfen, Nutzfahrzeuge für die Reinigung von Strassen oder die Pflege von Grünflächen her.

Das Unternehmen hat nach Medienberichten Computerprobleme wegen E-Mails bestätigt. Die Server seien heruntergefahren worden. Über die Art der schädlichen Software hat das Unternehmen noch keine Informationen herausgegeben. Auch beim Portal Techcrunch wusste ein Insider über die Quelle zunächst nichts zu berichten.

Konzerne werden erpresst

Aebi Schmidt ist allerdings nicht allein. In den letzten Monaten sind bereits mehrere Unternehmen Opfer von kriminellen Hackerattacken geworden. So ist der norwegische Aluriese Norsk Hydro Ende März vom Computervirus Lockergoga angegriffen worden. Dieses Schadprogramm verschlüsselt Daten auf Festplatten. Der Angriff hatte auch Auswirkungen auf den Kurs der Aktie, die um 3,4 Prozent verlor. Ausserdem ist der Preis für Aluminium damals prompt um 1,2 Prozent gestiegen.

Opfer solcher Ransomware, die Daten kidnappt, werden aufgefordert, ein Lösegeld zu bezahlen. Dann würden sie einen Schlüssel erhalten, der ihre Daten wieder freigibt.

In einem anderen Fall, Mitte April, sind vor allem Gastronomiebetriebe in Deutschland Opfer von Computerattacken geworden. Eine Spamwelle hat den Verschlüsselungstrojaner Gandcrab auf Rechner von Restaurants gespült. Dort tauchten dann Schockfotos auf. Wer die angehängten Dateien öffnete, lud sich den Trojaner auf den Rechner, der umgehend alle Daten verschlüsselte.