Hallenbad
Hallenbad: Von Krise keine Spur

Einen Reingewinn von 9700 Franken konnte die Hallenbad AG Burgdorf aus dem letzten Jahr verbuchen. Die Verantwortlichen zählten dabei so viele Eintritte wie noch nie.

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Hallenbad: Von Krise keine Spur

Hallenbad: Von Krise keine Spur

Hans Mathys

Julian Perrenoud

Das Burgdorfer Hallenbad ist eine Erfolgsgeschichte: Seit der Gründung vor 34 Jahren musste die Aktiengesellschaft bei der Stadt nie nachträglich um finanzielle Hilfe rufen. Der letztjährige Reingewinn lag bei über 9700 Franken. Mehr noch: Die Besucherzahlen steigen stetig an. Im Geschäftsjahr 2008 verbuchte das Hallenbad 186 658 Eintritte (4,7 Prozent mehr als 2007). Vor acht Jahren lag der Wert noch bei 159 634 Eintritten. Was machen die Burgdorfer richtig, was andere Hallenbad-Betreiber falsch machen?

Das Geschäftsjahr 2008 in Zahlen

186 658 Personen aus der ganzen Region besuchten letztes Jahr das Burgdorfer Hallenbad. So etwa die über 13 000 Schüler: Davon 1164 aus Kirchberg, 487 aus Oberburg, 384 aus Wynigen und 310 aus Aefligen. 2008 bot das Hallenbad 318 Kurse an (4102 Teilnehmer). 35 400 Personen schwitzten im Kraftraum. Der Wasserverbrauch des Bades lag bei 31 000 Kubikmetern. Die Einnahmen sind um 2,5 Prozent auf 2,1 Millionen Franken gestiegen. Der billigste Einzeleintritt für Kinder kostete vier Franken, das teuerste Jahresabo für Wellness, Hallenbad und Kraftraum (Erwachsene) 950 Franken. (JPW)

Kurse restlos ausgebucht

Es liege an der soliden Struktur eines visionären Gründers, sagt Betriebsleiter Hanspeter Heiniger. Und am guten Wetter: «2008 war ein Hallenbad-Jahr. Diesen Frühling sieht es wohl etwas anders aus.» Ein wichtiges - wenn nicht das wichtigste - Standbein der Hallenbad AG ist ihr Kursangebot. Über den Winter war dieses restlos ausgebucht. Die Halle drohte aus allen Nähten zu platzen. Es gab Aerobic-Kurse, Wasserfitness, Schwimmtechnik, Kickboxen, Kraftraum- oder Pilates-Training. «Wir versuchen mit dem Trend zu gehen», sagt Heiniger.
Sportbad, Saunalandschaft und Solarien tragen das ihre dazu bei: Das Kurswesen, die Wellness- und Kraftangebote machen in der Jahresrechnung den Unterschied aus. Sie generieren einen Gewinn, der den Verlust aus dem eigentlichen Badebetrieb deckt. Er wird quersubventioniert.

Eine Grundauslastung des Hallenbades ist durch das Kurswesen deshalb garantiert. Die Nachfrage soll in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Im Zuge dieser Entwicklung stiegen auch die Energiekosten des Hallenbades an. Heiniger: «Wenn mehr Leute warm duschen wollen oder die Sauna besuchen, erklärt sich der Anstieg von selbst.»
Der Präsident des Verwaltungsrates, Vinzent Schnell, zeigte sich im Geschäftsbericht 2008 hoch erfreut: Im operativen Bereich habe man erneut ein Spitzenergebnis erzielt. Dieses gilt es nun 2009 zu bestätigen. Ob das Unterfangen klappen wird, hängt vom unkonstantesten Mitspieler ab - dem Wetter.

Freibad ist defizitär

Für rund 900 000 Franken liess die Hallenbad AG letztes Jahr das kleine Becken sanieren. Nun wird die Sauna 1 für 100 000 Franken angepasst. Die finnische Sauna ist bereits saniert. Es entspreche seiner Philosophie, dass das Bad laufend erneuert werde, sagt Heiniger. «Deshalb müssen wir es auch nie für eine Totalsanierung schliessen.» So würden keine wichtigen Einnahmen verloren gehen.

Die Hallenbad AG Burgdorf betreibt mit der Stadt einzig beim Freibad eine Leistungsvereinbarung. Dieses ist nämlich städtisch. Und defizitär. «Bei Freibädern ist das normal - deshalb können wir es nicht tragen», sagt Heiniger. Das Hallenbad hingegen bleibt wohl längerfristig ein Betrieb, um den sich Burgdorf nicht zu sorgen braucht.