Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HANDEL: Importboom beim Mineralwasser – auch dank günstigem Ausland

Im Wasserschloss Schweiz wird immer mehr Mineral importiert. Günstige Angebote aus dem umliegenden Ausland sind einer der Gründe dafür. Ebenfalls öfter eingeführt werden Fertigprodukte.
Raphael Bühlmann
Blick in die Produktionsstätte des Mineralwassers Evian im französischen Évian-les-Bains. (Bild: Stuart Franklin/Getty (13. September 2017))

Blick in die Produktionsstätte des Mineralwassers Evian im französischen Évian-les-Bains. (Bild: Stuart Franklin/Getty (13. September 2017))

Raphael Bühlmann

Die Schweiz importierte im vergangenen Jahr ungefähr vier Millionen Tonnen Nahrungsmittel. Das sind doppelt so viel wie 1990. Im gleichen Zeitraum ist auch die Bevölkerung gewachsen. Allerdings nur um rund 25 Prozent. Das heisst, dass die pro Kopf eingeführten Lebensmittel in 26 Jahren von 344 Kilogramm auf 490 Kilogramm angewachsen sind. Dies geht aus einer aktuellen Publikation der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) hervor.

Mit der Entwicklung steigender Nahrungsmittelimporte einher geht der Niedergang des Netto-Selbstversorgungsgrads der Schweiz. Dieser rutschte im vergangenen Jahr zum ersten Mal unter die 50-Prozent-Marke – ein absoluter Tiefststand.

Getränkeimporte haben sich seit 1990 verdreifacht

Wie die Zahlen des EZV weiter zeigen, fallen bei den gestiegenen Lebensmittelimporten vor allem Getränke ins Gewicht. Ihr Anteil am Importzuwachs von Nahrungs- und Genussmitteln von 1990 bis 2016 beträgt satte 40 Prozent. Pro Kopf werden heute 73 Liter mehr Getränke in die Schweiz eingeführt als 1990. Die Gesamtmenge hat sich seither verdreifacht. Gemäss EZV sind für diese Zunahme in erster Linie Mineralwasser und gezuckerte Getränke verantwortlich.

Beim Verband Schweizerischer Mineralquellen und Softdrink-Produzenten (SMS) ist der Anstieg auch mit einer preisaffinen Kundschaft im Detailhandel zu erklären. «Letztlich entscheidet das Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage über das gekaufte Produkt. Und: Unter den preisgünstigsten Mineralwasseranbietern sind hierzulande auch ausländische Produkte zu finden», erklärt Christiane Zwahlen, Leiterin Kommunikation beim SMS. Zudem vermutet Zwahlen, dass in der Gastronomie manchmal das Gesamtpaket zählt. «In einer italienischen Pizzeria bestellt man dann halt vielleicht ein italienisches Mineralwasser, im französischen Bistrot ein französisches», vermutet Zwahlen.

Ebenfalls mehr importiert wurde 2016 sogenannte verzehrfertigen Lebensmitteln mit einer Zunahme von 40 Kilogramm pro Kopf. «Die stärkste Steigerung verzeichneten hier die Produkte auf Getreidebasis, Back- und Teigwaren, worunter unter anderem Tiefkühlbackwaren fallen. Ihr Anteil an den Importen verfünffachte sich seit 1990.

Darüber hinaus weist die Zollverwaltung darauf hin, dass die Menge der eingeführten Nahrungs- und Genussmittel trotz der durch Kontingente und Zölle geschützten inländische Landwirtschaft zugenommen hätten. So betrage beispielsweise das Importwachstum von Gemüsen immerhin noch 9 Prozent. «Die Einfuhren stiegen um 14 Kilogramm pro Kopf, wovon allein Kartoffeln 11 Kilogramm ausmachten», erklärt die EZV. Auch die Früchte trugen zum Importwachstum im Umfang von 8 Prozent bei. Die Importe von exotischen Früchten würden dabei drei Viertel davon ausmachen und nahmen pro Kopf um 5 Kilogramm zu. Mit insgesamt rund 10 Milliarden Franken machen die Importe von Nahrungs- und Genussmitteln im vergangenen Jahr rund 6 Prozent der Gesamtimporte der Schweiz aus.

Druck

Druck

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.