Banken
Händler manipulierten jahrelang Referenzkurse für Devisenhandel

Die UBS ist erneut wegen Manipulationen des Devisenmarkts gebüsst worden. Die Tricksereien mehrerer Banken beschäftigen Aufsichtsbehörden weltweit. Wie die dubiosen Geschäftspraktiken aussahen, dokumentierte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht.

Merken
Drucken
Teilen
Das Logo der Finanzmarktaufsicht Finma

Das Logo der Finanzmarktaufsicht Finma

Keystone

Im November 2014 schloss die Finma gemeinsam mit weiteren Aufsichtsbehörden ihre Untersuchung zu dem Thema ab. Sie alle kamen zu dem Schluss: Die UBS und andere globale Banken haben wiederholt und über eine längere Zeitperiode versucht, Referenzkurse für den Währungshandel zu manipulieren.

Die Referenzkurse dienen Unternehmen und Profianlegern wie Investmentfonds als Basis für ihre Währungsgeschäfte. Manipulationen dieser Kurse können sich auf dem Markt deutlich auswirken: Pro Tag werden Währungen im Wert von mehr als 5 Billionen Dollar gehandelt.

Preisbeeinflussung durch Grossaufträge

Das Problem: Der Devisenhandel war bis dahin kaum reguliert und der Handel fand meist direkt zwischen zwei Marktteilnehmern statt. Gleichzeitig können Interessenkonflikte zwischen den Interessen der Kunden und der Bank entstehen. Die Bank tritt nämlich sowohl als Käufer und Verkäufer von Devisen auf.

Dass dabei die Devisenhändler auf Kosten der Kunden Profite zu erzielen versuchten, zeigt der Bericht der Finma: Händler versuchten die Preise der Währungen zu beeinflussen, indem sie vor der Berechnung von Referenzwerten grosse Aufträge ausführten.

Ein Beispiel: Beim sogenannten Front Running nutzte ein Devisenhändler Informationen über Kundenaufträge aus. Bevor er einen grossen Kaufauftrag ausführte, kaufte er selbst Werte der entsprechenden Devisen. Aufgrund der erhöhten Nachfrage stieg der Preis - und der Händler konnte dem Kunden die noch günstig erstandenen Papiere teurer verkaufen.

Absprachen in Gruppenchats

Manipulationen erfolgten häufig auch in Absprache mit anderen Händlern, wie Auswertungen der Finma von Gruppenchats in den Devisenabteilungen zeigen. In Gruppenchats trafen die Banker intern und auch mit Mitarbeitenden anderer Banken Abmachungen, mittels derer Devisenkurse beeinflusst werden konnten.

Im Finma-Bericht vom vergangenen Jahr wurden einige Chatportokolle im Originalton veröffentlicht. So schrieb etwa ein Händler: "thanks vm my friend [...] du chasch das frontrunne wie d wotsch, up to you". Gemäss Finma beglückwünschten sich die Mitglieder solcher Gruppenchats auch, wenn es ihnen oder einzelnen von ihnen mutmasslich gelungen war, den Referenzwert oder den Devisenkurs in die gewünschte Richtung zu bewegen.