HANDWERK: Sicherheit beginnt bei der Tür

Die Frank Türen AG in Buochs stellt Türen her, die mit einem Venenscanner versehen sind. Die Technik ist nicht nur sicher, sondern einzigartig in Europa.

Bernard Marks
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Geschäftsleiter Marcel Frank (links) inspiziert mit Projektleiter
Christian Imhasly die Sicherheitstür der Frank Türen AG. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Geschäftsleiter Marcel Frank (links) inspiziert mit Projektleiter Christian Imhasly die Sicherheitstür der Frank Türen AG. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Einfach die Handfläche vor das Viereck halten, und die Tür öffnet sich wie durch Zauberhand. In der Hightech-Tür befindet sich ausgetüftelte Technik. Nur demjenigen, der eine Zutrittserlaubnis besitzt, wird die Tür automatisch geöffnet. «Komfortabler, hygienischer und sicherer geht es nicht», erzählt Marcel Frank (38). Er ist Geschäftsführer der Frank Türen AG in Buochs, die mit ihrer Sicherheitstür mit biometrischer Zutrittskontrolle derzeit für Aufsehen in der Sicherheitsbranche sorgt.

Die Identitätserkennung erfolgt über die Handfläche, genauer gesagt über das Venenmuster in der Hand. Dieses bleibt von der Geburt bis zum Tod eines Menschen immer gleich. Mit Infrarotlicht erfasst eine integrierte Weitwinkelkamera innert Millisekunden die Venenstruktur. Die Daten werden dann an einen Computer gesendet, der ebenfalls in die Tür eingebaut ist, und mit den gespeicherten Informationen abgeglichen. «Dieses Prüfsystem gilt als 100- mal sicherer als der Fingerabdruck und 10-mal zuverlässiger als die Iriserkennung im Auge», sagt Frank. Diese Sicherheit ist gefragt. Die ersten Türen mit der Venen-Erkennung sind heute bereits in Privathäusern, Rechenzentren und Labors im Einsatz.

Gute Marktchancen

Nie mehr den Schlüssel suchen zu müssen, um die eigene Haustür zu öffnen – das kommt vielen Menschen gerade recht. «Die Chancen für unsere Tür sind auf dem Markt ausgezeichnet», sagt Frank. Denn bei diversen Grossunternehmen und Ämtern stünden Systemwechsel der Zutrittskontrollen unmittelbar vor der Tür. Der Preis spiele dabei keine grosse Rolle, denn «es gibt in ganz Europa gar keinen anderen Anbieter, der diese Art der Technik als Komplettlösung anbietet», erzählt Firmenchef Frank.

Der Infrarotscanner ist so klein, dass er in der Tür selbst Platz findet und sich somit ein zusätzliches Scan-Terminal erübrigt. Die Frank-Türen sind damit auf ihre Art einzigartig in Europa. Das verschafft den findigen Schreinern aus Nidwalden einen grossen Wettbewerbsvorteil.

Familienbetrieb in der 4. Generation

Die Frank Türen AG hat sich in den letzten zehn Jahren von einer Dorfschreinerei zu einem hoch spezialisierten Nischenanbieter gemausert. Die Weichen dafür hat Ernst Frank gestellt. Er stellte den Betrieb im Jahr 2003 auf die Herstellung von Brandschutztüren um. Unter seiner Leitung wuchs die Belegschaft auf über 50 Mitarbeiter.

Seit 2009 leitet Marcel Frank in vierter Generation das Familienunternehmen Frank Türen AG. Er ist seit 2003 im Unternehmen in verschiedenen Funktionen tätig und führt den eingeschlagenen Weg der Firma als Türenspezialist konsequent weiter. Auch der jüngere Bruder Benno Frank (31) arbeitet mit im Unternehmen.

Ideen gemeinsam umsetzen

Zuerst waren es die Brandschutztüren, neu sind es nun die Sicherheitstüren: «Mit dem neuen Produkt hat sich die Frank Türen AG einen komplett neuen Markt erschlossen», sagt Frank. Dabei geholfen haben eine gute Idee und ein gutes Netzwerk an Firmen in der Zentralschweiz. Die BWO Systems AG aus Schenkon lieferte die Technik, viele andere Firmen aus Obwalden und Nidwalden lieferten Teile für die Türen. «Alles Spezialanfertigungen», sagt Frank. Vor allem die kurzen Wege und die Risikobereitschaft der Firmen haben geholfen, die Idee umzusetzen. «Innovation entstand in diesem Fall in einem gesunden Umfeld an KMU, die sich untereinander vertraut haben», sagt Frank. Kurze Wege begünstigen demnach innovative Prozesse.

Tiefe Steuern und Fachpersonal

«Heute genügt es nicht mehr, ausschliesslich hohe Qualität anzubieten», sagt Frank. Das können Grossunternehmen heute auch. Kleinen Schreinereien wie der Frank Türen AG geht es heute vor allem wegen Alleinstellungsmerkmalen gut, die sie sich erarbeitet haben. «Wir haben uns eine Nische geschaffen, in der wir heute gut leben können», sagt Frank. Um aber innovativ sein zu können, braucht es neben einer guten Idee und einem gesunden wirtschaftlichen Umfeld auch gute Rahmenbedingungen. «Tiefe Steuern sind dabei das Wichtigste», sagt Frank.

Ganz entscheidend für ein innovatives Betriebsklima in einer Firma sei aber die Motivation der Mitarbeiter. Das könne der Unternehmer einerseits über den Lohn steuern. «Gutes Personal muss gut verdienen. Wer schlecht bezahlt wird, liefert schlechte Arbeit ab», ist sich Frank sicher. Doch es braucht auch einen gewissen unternehmerischen Geist, der die Mitarbeiter inspirieren kann und damit dafür sorgt, dass Mitarbeiter dem Unternehmen die Treue halten. Marcel Frank ist stolz drauf: «Viele unserer Mitarbeiter arbeiten schon über zehn Jahre für uns».