Apple und Co.
Hanspeter Thür: «Mit Daten lässt sich im grossen Stil Geld verdienen»

Apple spionierte Kunden aus, Google hat drahtlosen Internetnetzwerke gespeichert und bei Sony sind Millionen von Kreditkartennummern in fremde Hände gelangt. Dem Datenschützer fällt es schwer, zu glauben, dass dabei einfach geschlampt wurde.

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Hanspeter Thür im Büro des eidgenössischen Datenschutzbeauftragen in Bern. (efu)

Hanspeter Thür im Büro des eidgenössischen Datenschutzbeauftragen in Bern. (efu)

«Es fällt schwer zu glauben, dass multinationale Unternehmen, die im IT-Bereich führend sind, in einem solch zentralen Bereich schlampen. Ihre Geschäftsmodelle basieren auf dem Prinzip: Produkt gegen Daten», so dezidiert äussert sich der eidgenössische Datenschützer Hanspeter Thür in einem Interview mit der az Aargauer Zeitung.

«Grösstmöglicher Persönlichkeitsschutz»

Für Thür ist klar, dass Unternehmen mit datenschutzrechtlich sensiblen Produkten diese nur geprüft auf den Markt bringen bringen. Dabei sei der Gesetzgeber gefordert: Der Konsument dürfe nicht heillos überfordert werden. «Ein Produkt muss grundsätzlich so eingestellt sein, dass der grösstmögliche Persönlichkeitsschutz gewährleistet ist, damit keine Daten nach aussen gelangen, wenn ein Konsument ein Produkt kauft.»

Daten seien ein Rohmaterial, das von grosser Attraktivität sei. «Man kann sehr viel damit machen, kann das Verhalten von Menschen prognostizieren, kann in die Köpfe der Menschen schauen. Und: Man kann damit Geld verdienen - im grossen Stil.»

Instrumentarium für Bussen gefordert

Weil die Unternehmen bis heute nichts zu befürchten haben, würden Datenschutzverletzungen hingenommen, ist Thür überzeugt. Deshalb fordert er, dass ein Instrumentarium geschaffen wird, das Bussen ermöglicht. (dno)