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ZMP fordern neuen Präsidenten
beim Milchverarbeiter Hochdorf

Die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) fordern eine Neubesetzung des Verwaltungsrats beim Milchverarbeiter Hochdorf. Auch der Präsident soll gehen.
Raphael Bühlmann
Blick in das Hochdorf-Werk in Sulgen im Kanton Thurgau. (Bild: Remo Martin/SGT, 1. April 2015)

Blick in das Hochdorf-Werk in Sulgen im Kanton Thurgau. (Bild: Remo Martin/SGT, 1. April 2015)

Die Hochdorf-Gruppe hat alles andere als ein erfreuliches Geschäftsjahr hinter sich. Der strategische Kurswechsel – weg vom Zulieferer für die Lebensmittelindustrie, hin zum Produzent für den Lebensmittelmarkt – scheint nicht so wirklich zu fruchten.

In den letzten Jahren investierte Hochdorf unter anderem in Sulgen im Kanton Thurgau über 100 Millionen Franken in die Produktion von Babynahrung, akquirierte die Uckermärker Milch in Deutschland oder sicherte sich eine Mehrheit der Baaarer Pharmalys Laboratories SA, dem Vermarkter von Babynahrung und Cerealien. Letzteres kostete Hochdorf einen maximalen Kaufpreis von 248 Millionen Franken und machte eine Kapitalerhöhung notwendig. Da der Erfolg bisher ausblieb, musste Hochdorf im Geschäftsjahr 2018 zwei Gewinnwarnungen publizieren. Der Aktienkurs hat sich innerhalb eines Jahres halbiert.

«Nicht in der Lage, Funktion wahrzunehmen»

Nun versucht der grösste Aktionär die Notbremse zu ziehen. Die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) halten 14,51 Prozent der Hochdorf-Aktien. Die Beteiligung rechtfertigten die Milchbauern stets mit dem Argument, dass sie damit die Verarbeitung der eigenen Milch gewährleistet wissen. Doch genau dies sieht man nun doch gefährdet. «Als langjähriger Aktionär sind wir über die Entwicklung bei Hochdorf besorgt», wird Thomas Oehen, Präsident der ZMP, in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung zitiert. Hochdorf sei nicht nur ein wichtiges finanzielles Investment, das Unternehmen sei auch ein wichtiger Milchabnehmer für die Zentralschweizer Bauern.

Aufgrund dessen sei man bei den ZMP nicht mehr länger gewillt, die strategische Führung bei Hochdorf zu unterstützen. Thomas Oehen: «Wir sind aufgrund der Entwicklung in den letzten Monaten zur Überzeugung gekommen, dass der Verwaltungsrat in seiner heutigen Zusammensetzung nicht in der Lage ist, die wachsenden Herausforderungen des Unternehmens zu meistern und gegenüber der Geschäftsleitung die notwendige Führungs- und Aufsichtsfunktion wahrzunehmen.» Nachdem mehrere Gespräche mit dem Verwaltungsrat insgesamt unbefriedigend verlaufen seien, hätten sich die ZMP entschieden, selbst Verantwortung zu übernehmen und die Erneuerung des Verwaltungsrates voranzutreiben, heisst es weiter.

Konkret fordern die ZMP nicht weniger als einen neuen Verwaltungsrat inklusive den Austausch des aktuellen Präsidenten Daniel Suter. «Mit der Erneuerung des Verwaltungsrats von Hochdorf wollen die ZMP ihren Beitrag dazu leisten, die negative Entwicklung beim Unternehmen zu stoppen», heisst es weiter. Die teuren Akquisitionen der letzten Jahre würden nicht die versprochenen Ergebnisse bringen, die Entwicklung des Umsatzes und der Profitabilität entsprächen in keiner Weise den Erwartungen und es sei keine Besserung in Sicht, so die Argumente der ZMP.

Bei Hochdorf nimmt man die Forderung «zur Kenntnis». Für die Generalversammlung vom 12. April ist also angerichtet.

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