Gränichen

Heizungshersteller Zehnder streicht zehn Prozent seiner Stellen

Die in der Heiz- und Klimatechnik tätige Zehnder Group streicht 10 Prozent ihrer Stellen. Hintergrund für den Stellenabbau ist ein Programm zur Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung, mit dem das Unternehmen auf die Frankenstärke reagiert.

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Die Zehnder Group muss weltweit 300 Stellen streichen. (Archivbild)

Die Zehnder Group muss weltweit 300 Stellen streichen. (Archivbild)

Keystone

Dem Heizungs- und Lüftungshersteller Zehnder macht der Nachfragerückgang nach Heizkörpern zu schaffen. Der in Europa, Nordamerika und China tätige Konzern aus dem Aargau will daher seine Effizienz steigern und seine laufenden Kosten drücken. Das führt zum Abbau von zehn Prozent der weltweit 3200 Stellen.

Die Umsätze und Erträge aus dem Geschäft mit Heizkörpern seien in den ersten Monaten des laufenden Jahres deutlich unter den Erwartungen geblieben, schrieb Zehnder am Montag in einem Communiqué. Ausserdem hatte das Unternehmen bereits 2013 und 2014 einen Umsatzrückgang in diesem Geschäftsbereich hinnehmen müssen.

Da in den Hauptmärkten derzeit nicht mit einer Verbesserung der Auftragslage gerechnet werden kann und sich auch das Wachstum im Lüftungsgeschäft abschwächt, zieht das Management Konsequenzen. Beeinflusst wurde der Entscheid für ein Effizienzsteigerungsprogramm zudem durch den starken Franken. Dieser belastet die in Euro geführte Rechnung von Zehnder erheblich.

Der gegenwärtige Franken-Euro-Wechselkurs drücke das Betriebsergebnis um 10 Mio. Euro jährlich, hiess es am Montag bei Zehnder. Konzernchef Dominik Berchtold wies auf Anfrage zudem darauf hin, dass auch die Wechselkurse des Britischen Pfunds und des Dollars das Unternehmensergebnis belasteten.

Zehnder will daher seine Produktion und seinen Vertrieb insgesamt schlanker aufstellen. Bereits beschlossen hat das Unternehmen dazu die Schliessung der Standorte Rustington im Süden Englands und Vedelago in Norditalien. Die Fabrik im französischen Châlons-en-Chamapagne soll entweder saniert oder verkauft werden.

Ausmass des Stellenabbaus in der Schweiz unklar

Von den Kostensenkungsmassnahmen und vom Stellenabbau betroffen ist auch Gränichen im Kanton Aargau. Die Abteilung, die dort mit rund 10 Mitarbeitern Komponenten für Kompaktenergiezentralen entwickelt und produziert, werde an einen Partner im Euro-Raum ausgelagert, teilte Zehnder mit.

Weitere Angaben dazu, welche Standorte wie stark vom Stellenabbau betroffen sein werden, konnte Zehnder-Chef Berchtold noch nicht machen. Von den rund 3200 Mitarbeitern des Unternehmens sind rund 300 in der Schweiz tätig. Gemäss Berchtold spielt der Standort Schweiz für das Unternehmen aber auch in Zukunft eine wichtige Rolle.

Sonderkosten fressen Gewinn weg

Den Stellenabbau will Zehnder nach eigenen Angaben sozialverträglich innerhalb der nächsten zwölf Monate umsetzen. Wo immer möglich soll er über natürliche Fluktuationen und Frühpensionierung aufgefangen werden. Für den Stellenabbau und andere Effizienzsteigerungsmassnahmen rechnet Zehnder im laufenden Jahr mit einmaligen Kosten von rund 20 Millionen Euro.

Rote Zahlen soll es dennoch nicht geben. Allerdings würden die einmaligen Sonderkosten den "grössten Teil des Gewinns" eliminieren, sagte Berchtold. Für 2014 hat Zehnder einen Reingewinn von 26 Mio. Euro ausgewiesen.

Bei den Investoren kam die Nachricht der nur noch knapp schwarzen Zahlen nicht gut an. Die Umsatz- und Gewinnwarnung drückte den Aktienkurs von Zehnder in den ersten anderthalb Stunde nach Handelsbeginn an der Schweizer Börse zeitweise um fast 9 Prozent.