Immobilienmarkt
Hell, gross, günstig: Diese Wohnung wünschen sich die Schweizer

Die Wohnkosten sind das wichtigste Kriterium bei der Wohnungssuche. Und: Mietobjekte werden zum ersten Mal seit Jahren wieder stärker nachgefragt.

Merken
Drucken
Teilen

Keystone

Die Traumwohnung der Schweizerinnen und Schweizer geräumig, sonnendurchflutet - und vor allem billig. Wer hierzulande eine neues Zuhause beziehen will, legt in erster Linie Wert auf tiefe Preise. Aufgrund der Rezession der vergangenen Jahre scheine der Kostenaspekt bei der Wohnungssuche weiter an Bedeutung zu gewinnen, heisst in einer heute veröffentlichten Umfrage des Immobilienberatungsunternehmens Wüest & Partner.

Hohe Mieten in Zürich und Genf

Die Schweizerinnen und Schweizer finden die Mieten im Grossen und Ganzen erschwinglich. Die Ausnahme bilden laut der Umfrage von Wüest & Partner die Ballungsräume: Vor allem in Zürich und Genf klagen viele Einwohner über zu hohe Preise für Mietwohnungen. Laut Prognose der Beratungsfirma sind es nur die beiden Grossstädte und ihre Agglomerationen, wo die Mietpreise in den nächsten 12 Monaten erkennbar steigen werden. Im Rest der Schweiz stagnieren die Mieten, oder sie gehen leicht zurück. Während in Zürich die Mietpreise um 0,4 Prozent zulegen dürften, steigen sie am Genfersee um 1 Prozent. Das ist allerdings deutlich weniger als in den vergangenen 12 Monaten: Das Wachstum betrug in der ganzen Schweiz 2,5 Prozent. (sda)

Auch sind Mietobjekte zum ersten Mal seit Jahren wieder stärker gefragt. Das Interesse an Wohneigentum hat hingegen abgenommen.

Wichtig ist den Schweizern zudem, dass ihre Wohnung gut an die öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden, komfortabel und sicher vor Einbrechern ist. Weniger Wert als in früheren Jahren legt die Bevölkerung indes auf ein «sympathisches Wohnquartier» mit vielen Grünflächen.

Zufrieden mit der Wohnsituation

Eine Mehrheit der Einwohner dieses Landes ist sehr zufrieden mit ihrer aktuellen Unterkunft, wie aus der Studie weiter hervorgeht. Rund zwei Drittel der Mieterinnen und Mieter äusserten sich positiv zu ihrer Wohnsituation. Bei den Wohnungseigentümern waren es rund 80 Prozent, bei den Einfamilienhausbesitzern fast 90 Prozent.

Allerdings: Sorgen bereitet der Bevölkerung die Steuerbelastung. Fast 50 Prozent der Schweizer sind mit dem Steuerfuss in ihrer Gemeinde unzufrieden. Und dabei spielt es offenbar überhaupt keine Rolle, ob sie in steuergünstigen oder fiskalisch unattraktiven Orten leben oder wie viel sie verdienen.

Ein Viertel möchte umziehen

Laut der Wüest & Partner-Studie hat sich die Wirtschaftskrise auch auf das Umzugsverhalten der Mieter ausgewirkt: Knapp 25 Prozent möchten so rasch wie möglich in eine neue Wohnung ziehen. Weitere 10 Prozent tragen sich mit dem Gedanken, sich mittelfristig eine neue Bleibe zu suchen.

Am umzugsfreudigsten sind junge Single- und Paarhaushalte, sowie einkommensstarke Familien, die in einer Mitwohnung leben. Zudem ist die Umzugsbereitschaft in den grossen Städten des Landes und ihren Agglomerationen grösser als in ländlichen Gebieten.

Das Beratungsunternehmen Wüest & Partner führt die so genannte Immo-Barometer-Studie alle zwei Jahre durch. Dazu werden jeweils rund 1600 repräsentativ ausgewählte Haushalte in der Deutschschweiz und der Romandie befragt. (bau)