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Hypothekengeschäft: Versicherer Helvetia fordert die Banken heraus

Die Helvetia forciert digitale Geschäftsmodelle und greift damit die grossen Geldhäuser in ihrem Kerngeschäft an. Speerspitze der Versicherung in diesem Kampf ist Moneypark.
Thomas Griesser Kym
Helvetia-Chef Philipp Gmür vor dem Hauptsitz des Versicherers in St.Gallen. (Bild: Urs Bucher (18. August 2017))

Helvetia-Chef Philipp Gmür vor dem Hauptsitz des Versicherers in St.Gallen. (Bild: Urs Bucher (18. August 2017))

«Erfolgreich» – so taxiert Helvetia-Chef Philipp Gmür das vergangene Geschäftsjahr des Versicherers. Dessen Geschäftsvolumen, das vor allem aus Prämien besteht, ist um 5 Prozent auf gut 9 Milliarden Franken gewachsen, und die Portfolioqualität im Nichtleben ist weiterhin hoch. Das zeigt sich auch an der Combined Ratio (Schäden plus Kosten im Verhältnis zu den Prämien), die netto von 91,8 Prozent auf 91,0 Prozent weiter verbessert wurde. Die Helvetia liegt in allen europäischen Ländermärkten, in denen sie aktiv ist, unter 100 Prozent, wobei die Schweiz mit 82,7 Prozent hervorsticht.

Profitiert hat das Unternehmen von einem guten Schadenverlauf und dem weitgehenden Ausbleiben von Naturkatastrophen im zweiten Semester. Im Vorjahr hatten noch Schäden durch Wirbelstürme in den USA und der Karibik die Helvetia enorm belastet. Zufrieden zeigt sich Gmür zudem mit der Neugeschäftsmarge im Leben von 1,7 Prozent. Das ist nur unwesentlich weniger als im Vorjahr (1,8 Prozent) und primär eine Folge von Modellanpassungen.

Gleichwohl liegt das Ergebnis auf Konzernstufe mit 431 Millionen Franken unter jenem des Vorjahres. Dies deshalb, weil die soliden versicherungstechnischen Ergebnisse im Nichtleben den Rückgang des Resultats auf den Kapitalanlagen nicht voll kompensiert haben. Zwar konnte die Helvetia ihren laufenden Ertrag aus Kapitalanlagen (Finanzanlagen und Liegenschaften) mit 987 Millionen Franken (-1,4 Prozent) annähernd halten, doch liessen die Anlagenverluste das Ergebnis erodieren.

«Ein schlechtes Aktienjahr»

Insgesamt verbuchte die Helvetia eine Anlageperformance von lediglich 0,3 Prozent nach 2,8 Prozent im Vorjahr. Im Plus lagen die Liegenschaften für Anlagezwecke mit einer Rendite von 4,7 Prozent und die Hypotheken mit 1,7 Prozent. Demgegenüber standen die Aktien mit einer negativen Performance von 7,8 Prozent – eine Folge des Tauchers der Börsen im November und besonders im Dezember. Gmür sagt es denn auch ohne Umschweife: «2018 war ein schlechtes Aktienjahr.» Immerhin: In den ersten Monaten des laufenden Jahres ist es an den Börsen wieder aufwärts gegangen, wovon die Helvetia stark profitiert.

Im Rahmen der Strategie «Helvetia 20.20» will der Versicherer sein Kerngeschäft stärken, in dem er nach wie vor sein Geld verdient. Im Gleichschritt will man mit neuen Geschäftsmodellen und Innovationen neue Erlösquellen erschliessen, um auch in Zukunft fit zu sein. Dies auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung.

Moneypark verfolgt grosse Pläne

Zu den Eckpfeilern zählen hier der Onlineversicherer Smile und der Hypothekenvermittler Moneypark, an dem die Helvetia 70 Prozent hält. Moneypark-Chef und -Gründer Stefan Heitmann schwebt vor, in der Schweiz die Nummer eins zu werden in der Immobilienfinanzierung. «Das ist ambitioniert, aber machbar.» Derzeit sei man mit einem Volumen von 2,3 Milliarden Franken Vierter hinter den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie Raiffeisen. Mit neuen Services vor und nach der Finanzierung, also bereits bei der Immobiliensuche und dann nach dem Kauf, will Moneypark punkten.

Der Generalversammlung wird eine um 1 Franken erhöhte Dividende von 24 Franken je Aktie vorgeschlagen sowie ein Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 5, um den Titel leichter und interessanter für Kleinanleger zu machen.

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