Der Versicherer Helvetia trotzt Blitz und Donner

Schwächere Börsen, Stürme und Gewitter belasten das Unternehmen. Dieses zeigt sich aber ungeachtet eines Gewinnrückgangs robust und feilt weiter an der Strategie.

Thomas Griesser Kym
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Helvetia-Chef Philipp Gmür zeigt sich über das Halbjahresergebnis seines Unternehmens erfreut. Und auch mit der Umsetzung der neuen Strategie komme man zügig voran, sagt er. (Bild: Keystone/Thomas Delley)

Helvetia-Chef Philipp Gmür zeigt sich über das Halbjahresergebnis seines Unternehmens erfreut. Und auch mit der Umsetzung der neuen Strategie komme man zügig voran, sagt er. (Bild: Keystone/Thomas Delley)

Ein «solides Ergebnis» liest Helvetia-Chef Philipp Gmür aus den Eckdaten des Allbranchenversicherers für das erste Semester 2018. Das Geschäftsvolumen, das vor allem aus Prämien besteht, stieg in erster Linie dank Zuwächsen im Nichtleben-Geschäft um 5,4 Prozent auf gut 5,8 Milliarden Franken. Beim Gewinn nach Steuern dagegen resultierte ein Minus von 13,4 Prozent auf 224 Millionen Franken.

Gleichwohl beurteilt Gmür diesen Wert als «widerstandsfähiges Ergebnis», drückten doch einerseits die im Vergleich zum Vorjahr schwächeren Aktienmärkte die Anlageresultate, und andererseits hatten die Winterstürme Burglind und Friederike sowie unüblich heftige Frühlingsgewitter mit Hagel und Starkregen höhere Schadenbelastungen in der Schweiz und in Deutschland zur Folge.

In allen Märkten mehr Prämien als Schäden plus Kosten

Dennoch gelang es, die Combined Ratio (Schäden plus Kosten im Verhältnis zu den Prämien) mit 92,7 (im Vorjahr 91,3) Prozent weit unter 100 Prozent zu halten, und dies in allen eu­ropäischen Ländermärkten. Im Lebengeschäft forciert die Helvetia weiterhin anlagegebundene Versicherungsprodukte. Dies hat die Marge des Neugeschäfts von 1,2 auf 1,4 Prozent verbessert.

Auf Kurs sieht Gmür die Umsetzung der Strategie «Helvetia 20.20». In deren Rahmen will der Versicherer sein Kerngeschäft stärken, neue Ertragsquellen erschliessen und Innovationen fördern.

Erste Hypothekenbörse im Land

Als Beispiel nennt Gmür den Ausbau der Vertriebskanäle, wozu man unter anderem in Spanien eine Kooperation mit einem Broker eingegangen ist, der auf Töff spezialisiert ist und 10 Prozent des spanischen Marktes für Motorradversicherungen abdeckt. Oder die Beteiligung des hauseigenen Helvetia Venture Fund am Zürcher Start-up Flatfox. Dieses ermöglicht über seine Plattform Privaten und Verwaltungen einen digitalisierten Prozess zum Vermieten von Wohnimmobilien. Oder die schweizweit erste Hypothekenbörse MEx, welche die Helvetia-Tochter Moneypark lanciert hat. Via MEx können Anleger wie Family Offices oder Pensionskassen in Hypotheken investieren.

Seit Anfang Jahr bietet die Helvetia zudem eine Cyberversicherung für KMU an. Gmür spricht von bisher rund 80 Abschlüssen mit Prämien von gut 100'000 Franken.