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Herbststurm auf die Reisebüros

Kaum ein Monat lockt so viele Schweizer ins Flugzeug wie der Oktober. Wer noch ein Plätzchen will, muss sich sputen und flexibel sein. Besonders gefragt sind in diesem Jahr Griechenland sowie die Comeback-Destinationen Südtürkei und Ägypten.
Robert Wildi
Destinationen wie Griechenland sind im Herbst praktisch ausgebucht.Bild: Andreas Hub/Keystone

Destinationen wie Griechenland sind im Herbst praktisch ausgebucht.
Bild: Andreas Hub/Keystone

Sogar erfahrene Touristiker können mal auf dem linken Fuss ­erwischt werden. So im Moment gerade Andi Restle, Geschäftsführer von ITS Coop Travel. Wer beim Reiseveranstalter dieser Tage ein Herbstferienangebot für Destinationen wie Griechenland, Zypern, Tunesien oder Ägypten sucht, wird teils enttäuscht. «Restlos ausgebucht» seien etliche Flüge in den fürs Geschäft heissen Oktoberwochen. Zwar habe man für diese Ziele wie auch die Türkei frühzeitig ­Zusatzflüge aufgelegt. «Dass die Nachfrageverlagerung von den westlichen Mittelmeerstränden in Spanien nach Osten aber derart heftig ausfällt, hätten wir nicht erwartet.»

Der Herbst ist traditionell eine Hochzeit für Schweizer ­Ferienträume. Bei ITS Coop werden in den ersten zwei Oktoberwochen rund 10 Prozent des Jahresumsatzes eingeflogen. Noch extremer ist dies bei TUI Suisse (15 bis 20 Prozent) oder DER Touristik Suisse mit ihren Marken Kuoni und Helvetic Tours, wo der Herbst sogar für einen Viertel des Jahresumsatzes verantwortlich zeichnet. «Das Comeback von Ägypten und der Türkei ist auch bei uns über Erwarten deutlich ausgefallen», so der DER-Touristik-Sprecher Markus Flick. Der aktuelle Buchungsansturm aber auch für andere Herbstziele übertreffe vieles, was man sich aus den Vorjahren gewohnt sei.

Die Vermutung liegt nahe, dass einerseits die Fussball-WM wie auch der extrem heisse Schweizer Sommer viele Kon­sumenten dazu animiert haben, ihre Ferien hinauszuzögern. «Zur ohnehin grossen Masse der Oktober-Touristen sind in diesem Jahr also noch zahlreiche ‹Sommerausweichler› gekommen», folgert Walter Kunz vom Schweizer Reise-Verband (SRV).

Flexibilität betreffend Reiseziel gefragt

Für die Reisebüros hat sich die kommerzielle Stimmung generell aufgehellt, seit die Laufkundschaft im Zug von Terrorwarnungen und Naturkatastrophen wieder zugenommen hat. Zwar hat die Angst vor Attentaten laut einer repräsentativen SRV-Umfrage zum Reiseverhalten aktuell wieder abgenommen. «Viele neu gewonnene Stammkunden sind unseren Verbandsreisebüros aber gleichwohl treu geblieben», so Kunz. Gerade im aktuellen Herbstferienrausch müssen jetzt aber Spätbucher, ob im Reise­büro oder am heimischen Computer, eine gewisse Flexibilität an den Tag legen. Bei ITS Coop etwa ­haben sich die Gewichte gegenüber dem Vorjahr markant verschoben. Vor allem für die Kanarischen Inseln und Mallorca, die Überflieger der letzten Jahre, gebe es allenfalls noch vereinzelte freie Plätze im Oktober. «Je nach Flugdatum muss der Kunde aber nehmen, was noch verfügbar ist», sagt Andi Restle. Wer auf Last-Minute-Schnäppchen spekuliere, riskiere in diesem Herbst definitiv, zu Hause bleiben zu müssen. «Allenfalls kann es in der Schulferienwoche ab 15. Oktober noch ganz vereinzelt freie Flugsitze zu vergünstigten Tarifen geben.»

Auch bei Kuoni und Helvetic Tours haben Herbstferienkunden nicht mehr auf alle Destinationen Zugriff. «Die Kapazitäten für Flüge insbesondere ab Zürich sind deutlich eingeschränkt, dies trotz mehrerer Zusatzflüge in unserem Angebot», sagt Markus Flick. Vor allem bei der Günstigmarke Helvetic Tours steige deshalb mit jedem Tag das Mass der geforderten Flexibilität seitens der Kundschaft.

Dass die Flugsitze zurzeit wie warme Semmeln weggehen, belegt auch die aktuelle Buchungsstatistik von Ferienfluggesellschaften wie etwa Germania. Für beliebte Destinationen wie Kreta oder die ägyptischen Reiseziele Sharm el-Sheikh und Marsa Alam bewegen sich die September- und Oktoberzahlen ab Zürich zwischen 10 und 27 Prozent über dem Vorjahresniveau. «Wer für diese Trendziele noch kurzfristig einen Platz ergattern will, braucht Glück und bezahlt in der Regel mehr für das Ticket als die Frühbucher», sagt Urs Pelizzoni, bei Germania für das kommerzielle Geschäft zuständig.

Die Hoffnung auf Herbstferien am Strand solle man gleichwohl nicht aufgeben. «Für Destinationen wie die Kanarischen Inseln oder Bulgarien kann man bei uns auch jetzt noch Tickets zu attraktiven Preisen erhalten.»

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