Nicolas Hayek
Heute regelt Swatch die Hayek-Nachfolge

In der Swatch-Gruppe stehen bereits mehrere Familienmitglieder an wichtigen Posten bereit. Heute wird er Verwaltungsrat entscheiden, wer zum Handkuss kommt. In der Poleposition ist Hayeks Sohn Nick.

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Leben und Schaffen von Nicolas Hayek Thema

Leben und Schaffen von Nicolas Hayek Thema

Sabina Sturzenegger

Gestern, am Tag nach dem überraschenden Hinschied des Uhrenkönigs Nicolas Hayek, war die Trauer am Sitz der Swatch-Gruppe in Biel gross. Über die Nachfolge des «Uhrenkönigs» mochte Sprecherin Béatrice Howald nicht lange reden. «Es ist alles geregelt», sagte sie bloss. Und immer noch aufgewühlt fügte sie an: «Zuerst müssen wir mit den Emotionen zurechtkommen. Wir sind traurig und schockiert.»

Wenig Veränderungen

Die Frage nach dem «Danach» drängt sich dennoch auf, denn der Verstorbene hatte zwar vorgesorgt, er blieb aber bis zuletzt der unumstrittene Patron in der Swatch-Gruppe, der neben sich wenig Platz für Nachfolger liess. Analysten gehen deshalb davon aus, dass es nicht zu grossen Veränderungen in der Gruppe kommen wird und die Unternehmensführung in den Händen der Familie Hayek bleibt.

Spekulationen, wonach der Sohn des Verstorbenen, der 56-jährige Nick, das Verwaltungsratspräsidium übernimmt, wurden gestern dementiert. Howald: «Der Verwaltungsrat tagt morgen, dann wissen wir mehr.» Nick, der seit März dem Verwaltungsrat angehört, bleibt aber der Favorit für diesen Posten. Sein Vater hat die Doppelrolle CEO und VR-Präsident auch Jahre lang ausgeübt.

So bleibt auch fraglich, ob CEO Nick seinen Posten an seinen Neffen, den 39-jährigen Marc Alexander, weitergibt. Marc ist zurzeit Chef von Blancpain. Swatch-Kenner sehen diesen Schritt vorgezeichnet, aber eben noch nicht jetzt, sondern erst in ein paar Jahren.

Welche Rolle spielt künftig Tochter Nayla?

Und nicht zuletzt ist offen, welche Rolle künftig Nayla, Nicolas Hayeks Tochter und die Mutter von Marc, im Unternehmen spielen werden. Nayla Hayek sitzt seit 1995 im Verwaltungsrat und wurde im März zur Vizepräsidentin ernannt.

Swatch will diese Personalien heute an einer VR-Sitzung klären. Die Familie Hayek wird dabei ein sehr gewichtiges Wort mitreden.

Denn die Familie ist mit 41 Prozent der Stimmen und 24 Prozent des Kapitals der weitaus grösste Aktionär der Swatch Group.

Swatch verliert an der Börse

Gestern hat erst einmal der Aktienkurs des Uhrenkonzerns stark nachgegeben und 5,9 Prozent tiefer auf Fr. 55.50 geschlossen. Zu Lebzeiten hatte Hayek zuweilen angeordnet, kurzfristig die Publikation der Geschäftszahlen zu verschieben, um den Börsenhändlern und Spekulanten ein Schnippchen zu schlagen. Ob das Unternehmen einen Tag nach seinem Ableben genau diesem Börsen-Mechanismus zum Opfer gefallen ist, bleibt allerdings unklar, da gestern auch andere Luxusgüter-Titel unter Druck geraten sind.