Hiobsbotschaft nach Weihnachten: Lindt baut in den USA Hunderte Stellen ab

Der Zürcher Schokoladenriese hat in den Vereinigten Staaten einen Kahlschlag kommuniziert. In der Schweiz sei von der Auslagerung von 300 Stellen kein Arbeitsplatz betroffen.

Benjamin Weinmann
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Alles andere als goldig: Viele US-Angestellte erhalten von Lindt den blauen Brief.

Alles andere als goldig: Viele US-Angestellte erhalten von Lindt den blauen Brief.

Urs Flueeler, KEYSTONE

Die wichtigste Verkaufsphase, die Weihnachtszeit, ist vorbei. Doch die eigentliche Bescherung erhalten die Angestellten einer US-Gesellschaft des Schweizer Schokoladenherstellers mit Sitz in Kilchberg ZH erst jetzt.

Die Servicegesellschaft Lindt & Sprüngli North America hat in den USA nämlich den Abbau von 300 hundert Stellen bekanntgegeben. Weltweit beschäftigt Lindt & Sprüngli rund 14'500 Mitarbeitende - in den USA sind es gesamthaft rund 5600. Eine Konzernsprecherin bestätigt auf Anfrage von CH Media den Stellenabbau in den USA.

Ein Teil der Arbeiten der Servicegesellschaft sollen an Drittfirmen ausgelagert werden. In der Schweiz ist laut der Lindt-Vertreterin kein Arbeitsplatz von den Massnahmen betroffen. Auch nicht bei den drei weiteren US-Tochtergesellschaften Lindt, Ghirardelli und Russell Stover.

Berühmt dank Tom Hanks

Mit dem Kauf von Russel Stover, dem führenden US-Hersteller von abgepackten Pralinen, mauserte sich Lindt in den Vereinigten Staaten zum drittgrössten Schokoladen-Verkäufer hinter Hershey und Mars. Berühmt wurde die Firma auch durch den Hollywood-Film «Forrest Gump» mit Tom Hanks in der Hauptrolle.  Das aus dem Film stammende Zitat «Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel» ist legendär.

Allerdings galt die Firma in den vergangenen Jahren als Sorgenkind. Die Geschäftsentwicklung lag zuweilen unter den Prognosen. So sagte Lindt-Chef Dieter Weisskopf 2018, dass man von der Entwicklung im Drogeriehandel überrascht worden sei. Dort habe das Unternehmen eine starke Präsenz und Kundschaft. Allerdings gehen zunehmend weniger Kunden in die Drogerien, weil der Onlinehandel und andere Anbieter diesen das Monopol für verschreibungspflichtige Medikamente streitig machen.

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