H&M schliesst im kommenden Jahr 250 Shops – einige davon vielleicht auch in der Schweiz

Die Coronapandemie hat auch das dritte Quartal des Modekonzerns noch stark belastet. Jetzt will sich dieser gesundschrumpfen.

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Weltweit werden H&M-Läden auf ihre Rentabilität überprüft.

Weltweit werden H&M-Läden auf ihre Rentabilität überprüft.

Bild: epa

(dpa/gjo) Der von der Coronakrise getroffene schwedische Modehändler Hennes & Mauritz (H&M) will sein Filialnetz ausdünnen. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Geschäfte unter dem Strich um rund 250 schrumpfen, wie das Unternehmen gestern bei der Präsentation seiner Zahlen für das dritte Geschäftsquartal bekannt gab. Ob es auch Läden in der Schweiz treffen wird, ist noch nicht bekannt. «Dies ist eine Zahl auf aggregierter Ebene, wir können an dieser Stelle nicht auf konkrete Zahlen auf Länderebene eingehen», heisst es auf Anfrage bei der Geschäftsstelle von H&M Schweiz. Auch hierzulande würden die Läden ständig überprüft und anhand Faktoren wie zum Beispiel Flächenkapazitäten bewertet.

Gemäss den Quartalszahlen setzt sich die Erholung des Konzerns von der Krise fort. Wie bereits bekannt, war dem Detailhändler im Sommerquartal die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen, nachdem H&M in dem besonders von der Pandemie betroffenen zweiten Quartal Verluste geschrieben hatte. «Obwohl die Herausforderungen an uns noch bei weitem nicht vorbei sind, dürfte das Schlimmste hinter uns liegen», sagte Konzernchefin Helena Helmersson. Die Erholung der Geschäfte laufe schneller als gedacht. «Wir haben ein starkes und profitables Wachstum im Onlinegeschäft erzielt, und mehr und mehr Geschäfte haben inzwischen wieder geöffnet.» Aktuell seien noch 166 der insgesamt rund 5000 H&M-Filialen geschlossen, hiess es. Zu Quartalsende hatten noch mehr als 200 Geschäfte den Betrieb noch nicht wieder aufgenommen.

Die Pandemie hatte aber auch das dritte Quartal noch stark belastet. Wie ebenfalls bereits bekannt, hatte der Konzern im Berichtszeitraum rund 50,9 Milliarden schwedische Kronen (rund 5,23 Milliarden Franken) umgesetzt, gerechnet in den jeweiligen Länderwährungen war das ein Rückgang von 16 Prozent. Nach Steuern hat sich der Gewinn auf 1,82 Milliarden Kronen mehr als halbiert. Für September meldete H&M nunmehr einen Rückgang der Erlöse um noch 5 Prozent.

H&M muss in Deutschland happige Busse bezahlen

Darüber hinaus geriet H&M gestern noch aus anderen Gründen in die Schlagzeilen: Wegen Datenschutzverstössen in Deutschland soll der Konzern 35 Millionen Euro zahlen. Er hatte Hunderte von Mitarbeitern des Servicecenters in Nürnberg jahrelang überwacht und Daten über deren Gesundheit, familiäre Situation und Ferienerlebnisse gespeichert. Bekanntgeworden war der Fall im vergangenen Jahr.

Das verhängte Bussgeld sei gerechtfertigt, begründete der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz gestern den Erlass. Der vorliegende Fall dokumentiere eine schwere Missachtung des Beschäftigtendatenschutzes. «Das verhängte Bussgeld ist dementsprechend in seiner Höhe angemessen und geeignet, Unternehmen von Verletzungen der Privatsphäre ihrer Beschäftigten abzuschrecken», betonte er.