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Gastspiel von HNA als Dufry-Grossaktionär ist definitiv beendet

Das Engagement beim Schweizer Unternehmen zahlte sich für den hochverschuldeten chinesischen Mischkonzern nicht aus.
Daniel Zulauf
Die Flughafen-Servicegesellschaft, Swissport, bleibt vorderhand in chinesischen Händen. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Die Flughafen-Servicegesellschaft, Swissport, bleibt vorderhand in chinesischen Händen. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Das hochverschuldete chinesische Firmenkonglomerat HNA hat sich am Mittwoch definitiv als Grossaktionärin des Schweizer Duty-Free-Händlers Dufry verabschiedet. Nach dem Verfall von Derivaten ist der Anteil von HNA an Dufry von ursprünglich 20,9 Prozent auf unter 3 Prozent gefallen, wie einer börsenrechtliche Pflichtmeldung auf der Webseite der Schweizer Börse zu entnehmen ist. Die Investoren zeigten sich erleichtert über den Ausstieg der Chinesen und verhalfen dem Aktienkurs zu einem Kurssprung von zeitweise mehr als 3 Prozent.

Tatsächlich habe sich HNA über die Emission von Verkaufsrechten (Put-Optionen) aber schon vor einiger Zeit bei Dufry zurückgezogen. Die gestrige Meldung sei nur noch ein technischer Nachvollzug der ökonomischen Realität, sagte René Weber, Finanzanalyst bei der Bank Vontobel. Effektiv waren die HNA-Anteile schon früher sukzessive in den Besitz anderer strategischer Investoren übergegangen, unter ihnen der Uhren- und Luxusgüterhersteller Richemont oder GIC, der Staatsfonds aus Singapur. Für das Dufry-Engagement hatte HNA gegen 1,5 Milliarden Franken ausgelegt. Der Ausstieg dürfte mit einem erheblichen Verlust erfolgt sein. Beim Einstig von HNA im Februar 2017 notierten die Dufry-Aktien bei rund 140 Franken. Inzwischen werden sie zu 102 Franken gehandelt.

HNA-Präsident sieht Dämmerung am Horizont

Offensichtlich zwingt die hohe Schuldenlast HNA weiterhin zu Notverkäufen. Erst vor wenigen Tagen meldete die Zeitung «South China Morning Post» den Verkauf eines wertvollen Baugeländes in der Nähe des alten Flughafens von Hongkong bei dem das Touristik-, Logistik- und Finanzkonglomerat einen beträchtlichen Verlust erlitten haben soll. Beim Verkauf eines Wolkenkratzers im New Yorker Stadtteil Manhattan im Januar soll HNA über 40 Millionen Dollar verloren haben. Gemäss South China Morning Post soll HNA-Präsident Chen Feng Ende Dezember gesagt habe, er sehe nach der Abwicklung eines milliardenschweren Entschuldungsprogramms im vergangenen Jahr die Dämmerung am Horizont. Doch daran mögen Investmentprofis offenbar noch nicht glauben. Die Zeitung zitiert den in Shanghai ansässigen Investment Berater Brock Silvers von der Gesellschaft Kaiyuan Capital mit den Worten: «Natürlich hat Chen das Problem erkannt…aber es wäre euphorisch zu erwarten, dass die Probleme bald gelöst sind.» HNA habe wahrscheinlich erst etwa ein Drittel des Entschuldungsprogrammes hinter sich und es sei anzunehmen, dass die Gesellschaft bezüglich ihrer Preisvorstellungen nun flexibler werden müsse.

Geht Swissport in kanadischen Besitz?

HNA ist auch im Besitz der früheren Swissair-Gesellschaften Gategroup, Swissport und SR Technics. Gategroup und Swissport hätten nach den ursprünglichen Plänen der Chinesen im vergangenen Jahr wieder an die Börse kommen sollen. Doch die Preisvorstellungen der Investoren waren offensichtlich zu weit von jenen von HNA entfernt, sodass die Übung abgeblasen wurde. Seither prüft HNA für diese Firmen alle «strategischen Optionen», was nichts anderes bedeutet als die Suche nach Käufern, die bereit sind mehr zu bezahlen.

Gefallen war in den Medien im November auch der Name der kanadischen Investmentgesellschaft Brookfield, die sich auf Infrastrukturanlagen spezialisiert. Brookfield besitzt bislang aber keine flughafennahen Infrastrukturbeteiligungen, wie die Gesellschaft auf Anfrage mitteilte. Ob ein Kauf von Swissport für die Kandier in Frage käme liessen sie auf Anfrage unkommentiert. Bei den drei Swissair-Töchtern gehen die potentiellen Kaufkandidaten derweil ein und aus. Wie lange die seit einem Jahr andauernden Verkaufsvorbereitungen noch andauern können, ohne dass die Firmen Schaden nehmen ist eine offene Frage. Nebst der Last der Schulden dürfte HNA zunehmend auch den Widerstand aus den eigenen Unternehmen zu spüren bekommen.

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