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Hochdorf rutscht in die Verlustzone

Fehlende Umsätze in China und hohe Anlaufkosten: Der Luzerner Milchverarbeiter Hochdorf ist im ersten Halbjahr 2018 in die Verlustzone gerutscht. Verschiedene temporäre oder einmalige Effekte drückten auf das Ergebnis.
Produktionsstandort von Hochdorf. (Bild: PD)

Produktionsstandort von Hochdorf. (Bild: PD)

Auch wenn der Luzerner Konzern ein «sehr starkes» zweites Halbjahr erwartet, können die Effekte des ersten Halbjahres nicht mehr ausgeglichen werden. Die Prognose für das Gesamtjahr wird daher leicht nach unten korrigiert.

Hochdorf nennt in der Mitteilung vom Donnerstag vor allem die hohen Anlaufkosten und Terminverzögerungen der neuen Sprühturmlinie sowie fehlende Umsätze in China als Gründe für die roten Zahlen. Letzteres habe auch einen erheblichen negativen Einfluss auf das Ergebnis der Tochter Pharmalys gehabt. Nicht zuletzt belastete der vor einigen Wochen angekündigte Verkauf des Werks in Litauen das Ergebnis deutlich.

Die Gruppe hat im ersten Halbjahr 365,3 Millionen Kilogramm Milch, Molke, Rahm und Buttermilch (Flüssigmenge) verarbeitet, was ein Minus um 3,2 Prozent bedeutet. Hauptverantwortlich für den leichten Rückgang sei die weiter reduzierte Milchmenge im Werk Litauen und dessen Verkauf per Ende Mai 2018.

Infolge der Straffung des Produktportfolios habe sich dabei das verkaufte Produktvolumen um ein Viertel auf 83'374 Tonnen reduziert. Der erzielte Nettoerlös reduzierte sich demgegenüber um lediglich 6,9 Prozent auf 281,6 Millionen Franken.

Positive News aus Sulgen

Unter anderem höhere Abschreibungen auf Sachanlagen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen führten dann zu einem Rückgang beim Betriebsergebnis (EBIT) um über 80 Prozent. Unter dem Strich fiel Hochdorf mit -2,2 Millionen Franken gar klar in die roten Zahlen. Im Vorjahr stand noch ein Plus von 14 Millionen Franken.

Positive News gab es hingegen bezüglich der neuen Produktionslinien in Sulgen TG. Sie habe nach einigen Verzögerungen per Mitte August an die ordentliche Produktion übergeben werden können, hiess es dazu. Die "hochmoderne und technologisch komplexe Anlage" funktioniere den Erwartungen entsprechend. Insbesondere sei man mit der erzielten Pulverstruktur "sehr zufrieden". Regelmässige Produktionen für Neukunden erwartet das Unternehmen jedoch erst ab 2019.

Bei den Divisionen erzielte der grösste Geschäftsbereich Dairy Ingredients einen Nettoerlös von 188,2 Millionen Franken (-13 Prozent). Der Rückgang begründet sich laut Mitteilung mit den anhaltenden Preisverwerfungen zwischen der Milchfett- und Milchprotein-Bewertung im internationalen Milchmarkt.

Der Geschäftsbereich Baby Care verzeichnete derweil einen Umsatzwachstum von 77,1 Millionen Franken (+4,1 Prozent). Positiv sei die Tatsache, dass trotz Verzögerung bei der Markenregistrierung in China eine Umsatzsteigerung erzielt worden sei. Der kleine Geschäftsbereich Cereals & Ingredients verkaufte derweil Produkte im Wert von 16,3 Millionen Franken und damit knapp 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ausblick nach unten angepasst

Für den weiteren Verlauf zeigt sich das Unternehmen optimistisch, korrigiert die Erwartungen aber etwas nach unten. "Aufgrund der eingepflegten Produktions- und Verkaufsaufträge erwarten wir im zweiten Halbjahr ein sehr gutes Resultat. Trotzdem werden wir das unter den Erwartungen liegende Halbjahresergebnis nicht vollständig aufholen können", sagte CEO Thomas Eisenring in der Mitteilung.

Neu erwartet die Gruppe einen Nettoerlös im Bereich von 570 bis 600 Millionen Franken sowie eine EBIT-Marge von 5,8 bis 6,5 Prozent statt wie bisher 600 bis 630 Millionen und 7,0 - 7,5 Prozent. Begründet wird diese Anpassung mit dem fehlenden, lukrativen China-Umsatz, den Verzögerungen bei den neuen Produktions- und Abfüllanlagen, dem schwachen ersten Halbjahr von Pharmalys sowie der Wertbeeinträchtigung aus dem Verkauf in Litauen. (sda)

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