Gesundheitskosten
Horrorprognose zu Altersvorsorge: Westlichen Staaten fehlen 50 Billionen Dollar

Bis ins Jahr 2035 steigen die Gesundheitskosten und die Rentenausgaben zum Teil massiv an. Die Zeitung "Schweiz am Sonntag"zitiert aus einer bislang unveröffentlichten Studie des renommierten US-Thinktanks Atlantic Council, der im Auftrag des Zurich-Versicherungskonzerns die Folgen der Alterung in 40 Ländern untersucht hat.

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Die Autoren kommen zum Schluss, dass in vielen westlichen Staaten in den nächsten knapp 20 Jahren der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung drastisch schrumpfen wird.(Symbolbild)

Die Autoren kommen zum Schluss, dass in vielen westlichen Staaten in den nächsten knapp 20 Jahren der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung drastisch schrumpfen wird.(Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Bis ins Jahr 2035 steigen die Gesundheitskosten und die Rentenausgaben zum Teil massiv an. Die Zeitung «Schweiz am Sonntag» zitiert aus einer bislang unveröffentlichten Studie des renommierten US-Thinktanks Atlantic Council, der im Auftrag des Zurich-Versicherungskonzerns die Folgen der Alterung in 40 Ländern untersucht hat.

Die Haupterkenntnisse rütteln auf: Die Autoren kommen zum Schluss, dass in vielen westlichen Staaten in den nächsten knapp 20 Jahren der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung drastisch schrumpfen wird. Die Studie sieht für die Schweiz einen Rückgang der arbeitenden Bevölkerung auf 60,5 Prozent, ein Minus um 6,6 Prozentpunkte.

Das Altantic Council schreibt, dass demografische Prozesse wie die Alterung einer Gesellschaft so langsam fortschreiben, dass sie kaum wahrgenommen werden, aber langfristig dafür umso heftiger Folgen zeigen. «Der demografische Wandel wird einen enormen Einfluss auf die Volkswirtschaften und Gesellschaften in den nächsten Jahrzehnten haben», heisst es in der Studie. Für die vermögenden westlichen Staaten entwickeln die Autoren gemäss „Schweiz am Sonntag“ ein eigentliches Horrorszenario.

Bis 2035 werden den Menschen ab 65 Jahre in reichen Ländern 50 Billionen Dollar (das ist eine 5 mit 13 Nullen) fehlen. Eine konkrete Zahl zu einzelnen Ländern nennt Atlantic Council nicht, doch die Autoren gehen davon aus, dass die Rentenleistungen einen immer grösseren Anteil an der Gesamtwirtschaftsleistung, dem BIP, beanspruchen werden.

In der Schweiz wird dieser Anteil bis 2035 auf 14,9 Prozent ansteigen, was einer Zunahme um 4,3 Prozentpunkte gegenüber heute entspricht.

Andere Ländern müssen teilweise deutlich mehr für Renten aufwenden: Deutschland 20,3%, Hongkong 22,3%, Italien 21,6%. In Frankreich, Grossbriannien, Japan und USA ist es etwa gleich viel wie in der Schweiz. Auch die Gesundheitskosten werden in den nächsten Jahren deutlich ansteigen, prophezeien die US-Forscher.

In der Schweiz befinden sich diese bereits heute auf sehr hohem Niveau. Gesundheitskosten machen knapp 12 Prozent des BIP aus. Laut der Studie wird der Anteil bis 2035 auf 16,3 Prozent ansteigen. Die Schweiz gibt nach den USA am zweitmeisten für Spitäler, Medikamente und Pflege aus. In den USA werden die Gesundheitskosten auf 24,1 Prozent des BIPs hochschnellen.