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Guetzlihersteller Hug setzt auf pinke Schoggi

Ein gutes Exportgeschäft und höhere Wertschöpfung durch mehr Eigenproduktion in Malters haben dem Backwarenhersteller Hug 2018 ein Umsatzwachstum beschert. Der Schweizer Markt dagegen stagniert. Dafür gibt es 2019 ein neues Biskuit mit ungewöhnlicher Schokoladenfarbe.
Gabriela Jordan
Blick in die Guetzli-Produktion von Hug in Malters. (Bild: Dominik Wunderli, 23. Januar 2019)

Blick in die Guetzli-Produktion von Hug in Malters. (Bild: Dominik Wunderli, 23. Januar 2019)

Das Familienunternehmen Hug sei gleich doppelt risikofreudig, sagte Verwaltungsratspräsident Werner Hug an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz. Zum einen investiere es 60 Millionen Franken – und damit mehr als die Hälfte des jährlichen Umsatzes – in den Ausbau der Produktionsstätte in Malters. Mit dem Projekt «Backhaus» wird die Herstellung der eigenen Marken Hug, Dar-Vida (heute bereits in Malters) und Wernli (heute in Trimbach SO) unter einem Dach vereint. Die Bauarbeiten dafür sind seit vergangenem November in Gang, der Umzug soll Mitte 2020 etappiert über die Bühne gehen.

Zum anderen lanciere der Backwarenhersteller Ende Februar ein neues Produkt, das nicht auf dem hiesigen Markt getestet werden konnte: Das Schokoladenbiskuit «Ruby» trumpft mit einer auffälligen, rosaroten Farbe auf, die nicht von Fruchtaromen oder Farbstoffen stammt, sondern direkt von der Ruby-Kakaobohne (Englisch für Rubin). Diese wächst in traditionellen Kakaoanbaugebieten wie Brasilien und Ecuador und wurde vor ein paar Jahren vom Schokoladenproduzenten Barry Callebaut entdeckt. Neben weisser, schwarzer und Milchschokolade wird Ruby als vierte Schokoladensorte gehandelt. In der Schweiz gibt es sie beispielsweise schon bei Confiserien wie Bachmann zu kaufen.

Umsatz steigt um 1,8 Prozent auf 118 Millionen Franken

«Auf diese pinke Schoggi sind wir schon stolz», ergänzte Andreas Hug, Geschäftsleiter und Bruder von Werner Hug. Um «Ruby» ins Sortiment aufnehmen zu können, habe man sich bei Barry Callebaut sogar darum bewerben müssen. Aufgrund des schwierigen Marktumfelds will das Malterser Familienunternehmen vermehrt durch Innovationen wachsen. Mit neuen Produkten soll dem stagnierenden Konsum von Backwaren und der insgesamt rückläufigen Schweizer Produktion entgegenhalten werden.

Trotz des steigenden Drucks aus dem Ausland zeigt sich Hug mit dem Geschäftsjahr 2018 zufrieden. Das Unternehmen konnte den Umsatz um 1,8 Prozent auf 118,8 Millionen Franken steigern. Grund dafür sei vor allem die Erhöhung des Produktionsvolumens von 9242 auf 9354 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr wurden somit 122 Tonnen mehr Wernli-Biskuits, Dar-Vida oder Willisauer-Ringli hergestellt. Ebenfalls ein wichtiger Grund für den höheren Umsatz sei das stark wachsende Exportgeschäft. Insbesondere mit den dünnwandigen Tortenböden (Tartelettes Filigrano) für Bäckereien und Gastronomie seien einige neue Märkte erschlossen worden.

Zu kämpfen habe Hug jedoch mit dem allgemeinen Preisdruck im Detailhandel sowie mit dem zunehmenden Import von Back- und Tiefkühlbackwaren. Diesem Trend begegne das Unternehmen mit neuen Tiefkühlgebäcken im Gastromarkt: Im letzten Herbst hat es sein Sortiment um Brötchen und Süssgebäck zum Aufbacken sowie um tischfertige Snacks erweitert.

Zusammenlegung möglichst ohne Entlassungen

Mit dem Ausbau der Produktionsstätte in Malters bekennt sich Hug zum Standort Schweiz. Andreas Hug ist sich der Risiken bewusst, die diese Haltung mit sich bringt: «Wir müssen die landwirtschaftlichen Rohstoffe in der Schweiz zu doppelten Kosten beschaffen, wie unsere Mitbewerber im Ausland.» Dank rationeller Produktion und Know-how solle dieser Nachteil wettgemacht werden. Aus diesem Grund hofft das Unternehmen, dass 2020 möglichst viele Mitarbeiter von Trimbach nach Malters mitkommen werden. «Wir können praktisch alle Leute hier gebrauchen», sagt Andreas Hug.

Von den heute 370 Vollzeitstellen entfallen nach dem Umzug deren 15. Das Unternehmen geht davon aus, dass dies über die natürliche Fluktuation geschieht und keine Entlassungen nötig sein werden. Von der Zusammenlegung verspricht sich Hug massive Vorteile. Beispielsweise können so Energiekosten und Tausende von Fahrkilometern zwischen den beiden Standorten eingespart werden.

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