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Wernli-Backlinien zügeln nach Malters – Hug investiert 60 Millionen Franken

Die Backwarengruppe Hug beginnt mit dem massiven Ausbau ihrer Produktionsstätte. Er bringt für Malters 120 neue Arbeitsplätze und bedeutet das Ende des «Wernli»-Standortes Trimbach.
Rainer Rickenbach
Die Hug-Belegschaft um 1910. (Bild: PD)
1939: Alle Mitarbeiter auf einen Blick. (Bild: PD)
Firmengründer Josef Hug um 1924. (Bild: PD)
Der Firmenladen an der Alpenstrasse. (Bild: PD)
Der Backwaren-Lieferdienst ist mit dem Pferdefuhrwerk unterwegs. (Bild: PD)
Das waren noch Zeiten: 1922, als der Zwieback noch von Hand verpackt wurde. (Bild: PD)
Die Verpack-Station in Malters, ebenfalls 1922. (Bild: PD)
7 Bilder

Die Bäckerei Hug anno dazumal

Hug versetzt zwar keine Berge. Doch für die Illustration des geplanten neuen Produktionswerkes dreht die Malterser Backwarengruppe schon mal einen um. Zu sehen ist der Luzerner Hausberg Pilatus dort nämlich nicht so, wie man ihn von Malters aus betrachtet, sondern so, wie er sich von Emmen oder Luzern aus präsentiert. «Der Berg musste einfach so auf der Illustration drauf sein», schmunzelte Geschäftsleitungsmitglied Anna Hug im Januar, als das Familienunternehmen zum ersten Mal über seine Ausbaupläne «Backhaus» informierte.

Am Montag ging nun auf dem Firmenareal der Spatenstich über die Bühne. Verwaltungsratspräsident Werner Hug sprach von einem Generationenprojekt.

So könnte das «Backhaus» von Hug 2020 aussehen – der Pilatus im Hintergrund wird dann aber wieder richtig positioniert sein. (Visualisierung: Hug)

So könnte das «Backhaus» von Hug 2020 aussehen – der Pilatus im Hintergrund wird dann aber wieder richtig positioniert sein. (Visualisierung: Hug)

60 Millionen für den Standort Malters

Das Vorhaben ist für ein Familien-KMU in der Tat ambitioniert. Rund 60 Millionen Franken investiert der Luzerner Backwarenhersteller – das ist mehr als die Hälfte des jährlichen Gruppenumsatzes. Mit dem Projekt «Backhaus» hat das Unternehmen vor, die Herstellung der eigenen Marken Hug, Darvida (heute bereits in Malters) und Wernli (heute in Trimbach SO) unter einem Dach unterzubringen.

Hug hatte Wernli vor zehn Jahren übernommen. Im neuen Backhaus lässt sich effizienter arbeiten, und die Transportfahrten zwischen den beiden Standorten entfallen. Gleichzeitig ist das Unternehmen in der Lage, in Malters doppelt so viele Backwaren herzustellen und dank einem automatisierten Lagerhaus mit tausend Palettenplätzen die Aussenlager zu reduzieren. Der Erweiterungsbau gliedert sich südlich an das bestehende Gebäude an, die Produktionsfläche wächst von 12000 auf 22000 Quadratmeter. Das neue Backhaus dürfte 20 bis 25 zusätzliche Lastwagenfahrten mit sich bringen, gleichzeitig aber massiv weniger fossile Energie für die Produktion benötigen. Die fünf Backlinien in Trimbach werden nach Malters gezügelt. Der Ausbau am Malterser Firmenstandort ist dringend nötig, mit den vier Backlinien stösst Hug trotz Automation und vermehrter Nachtarbeit dort an Grenzen. Denn die Geschäfte laufen gut. «Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr ein grösseres Wachstum erreichen als im zurückliegenden. Darum ist es richtig, jetzt auszubauen», sagte Verwaltungsratspräsident Werner Hug.

Im vergangenen Jahr steigerte Hug den Gruppenumsatz um 2,7 Prozent auf 116,6 Millionen Franken. Vor allem der Export kommt wieder auf Touren, nachdem er mehrere Jahre lang unter dem starken Franken gelitten hat.

Spatenstich für die neue Produktionshalle. (Bild: PD (Malters, 19. November 2018))

Spatenstich für die neue Produktionshalle. (Bild: PD (Malters, 19. November 2018))

Die 128 Mitarbeitenden, die in Trimbach ihrer Arbeit nachgehen, haben die Möglichkeit, nach dem Umzug ab 2020 in Malters tätig zu werden. Dort entstehen nach dem Ausbau des Firmenareals 120 neue Stellen. Etwa 15 Arbeitsplätze von Trimbach gehen indes verloren. Bei Hug hofft man aber, über natürliche Fluktuationen um Kündigungen herumzukommen. Insgesamt sind nach der Zusammenführung mehr als 340 Angestellte in Malters beschäftigt. Hug: «Das Fachwissen unserer Leute in Trimbach in der Firma zu behalten wird eine der grossen Herausforderungen sein.»

Projektleiterin des Umzugs ist Marianne Wüthrich-Gross, die bisherige Leiterin des Werkes in Trimbach. Für den Standort Willisau ändert sich nichts.

Nächste Generation ist bereit

Hug beansprucht für alle Backprodukte Swissness. «Da wäre es nicht konsequent, wenn wir die Aufträge für das 60-Millionen-Projekt nicht auch im eigenen Land vergeben würden.» Mit Ausnahme des Anlagetransfers gehen alle Aufträge an inländische Firmen. Ihre Aufgabe wird nicht einfach sein. Während des An- und Neubaus des Backwarenproduktionsbetriebs etwa muss der Betrieb weiterlaufen. Der Zeitplan sieht die Hauptbauphase für das nächste Jahr vor, ab Mitte 2020 ist ein etappierter Umzug von Trimbach nach Malters vorgesehen.

«Es ist das letzte grosse Projekt, das die Hug-Generation verwirklicht, die zurzeit das Unternehmen führt. Doch die nächste Generation steht bereits bereit», sagte Werner Hug. Anna Hug und ihr Cousin Fabian Hug arbeiten bereits im Unternehmen mit. Sie werden die fünfte Unternehmergeneration der Familie bilden.

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