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Hügli will nachhaltiger werden

Im Verlauf des letzten Jahres ist Hügli an die Bell Food Group übergegangen. Die Steinacher haben ebenso wie Hilcona zum Umsatzwachstum der neuen Konzernmutter beigetragen.
Stefan Borkert
Das Hügli-Werk in Radolfzell ist letztes Jahr modernisiert worden. (Bild: PD)

Das Hügli-Werk in Radolfzell ist letztes Jahr modernisiert worden. (Bild: PD)

Im Dezember ist der Kauf der Hügli-Gruppe durch die Bell Food Group, die mehrheitlich zu Coop gehört, abgeschlossen worden. Bell-Konzernchef Lorenz Wyss erklärte gestern, dass die Integration von Hügli in die Bell Food Group planmässig verlaufe. 2018 seien bereits erste Synergien mit weiteren Unternehmen der Gruppe ausgeschöpft worden. Und weitere würden 2019 folgen, kündigt Wyss an.

Bell-Sprecher Davide Elia ergänzt: «In einem umkämpften Marktumfeld in ganz Europa entwickelte sich das Absatzvolumen von Hügli im Vergleich zum Vorjahr in allen Bereichen stabil.» Positiv habe sich das Geschäft mit den Kunden im Bereich der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie sowie im sehr umkämpften und beweglichen Private-Label-Geschäft (Eigenmarken) gezeigt. Im Food Service (Gastronomie) seien allerdings länderspezifische Unterschiede erkennbar.

«So entwickelten sich die Benelux-Staaten und Osteuropa sehr gut, wohingegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz kein grösseres Wachstum erkennbar war.» Und im Geschäftsbericht schreibt CEO Wyss: «Abgesehen von einem schlechten Jahresendgeschäft hat Hügli 2018 gemäss den internen Erwartungen abgeschlossen.» Ob Hügli in Steinach bleibe, ist für Unternehmenssprecher Elia keine Frage: «Selbstverständlich», sagt er.

Europageschäft von Hügli wird ausgebaut

Derweil wird das Geschäft von Hügli europaweit ausgebaut. So wurde Ende 2018 der Neubau des Werks Werkendamm in den Niederlanden fertiggestellt. «Durch den Neubau können die Produktionskapazitäten in dem auf die Herstellung von gekühlten Knoblauch- und Kräuterspezialitäten spezialisierten Betrieb nahezu verdoppelt werden», so Elia. Dieses neuartige Sortiment für den Food Service werde unter der Marke Bresc künftig auch in der Schweiz stärker vermarktet, kündigt er an. Über die strategische Neuausrichtung betreffend Umweltverträglichkeit und gesunde Ernährung sagt Elia, dass Hügli nicht nur dieses Jahr, sondern auch in den folgenden Jahren «ihre Genusskompetenz zunehmend stärker mit dem wachsenden Wunsch nach gesundheitsfördernden Eigenschaften von Lebensmitteln kombiniert.» Auch bezüglich der Verpackungen werde künftig intensiv daran gearbeitet, noch nachhaltigere Verpackungskonzepte zu verwirklichen, um damit den wachsenden ökologischen Anforderungen zu genügen.

Hügli ist Spezialistin für haltbare Convenience-Produkte. Im Bell-Geschäftsbericht heisst es weiter, dass es ausserdem an verschiedenen Hügli-Standorten zu Veränderungen gekommen sei. So wurde im süddeutschen Werk Radolfzell letztes Jahr eine neue Mischerei und ein vollautomatisches Hochregallager in Betrieb genommen. Das Werk im schwäbischen Ulm ist Ende 2018 veräussert worden. Im Bericht wird das damit begründet, dass die dortige Produktionskapazitäten nicht mehr notwendig waren respektive an anderen Standorten integriert werden konnten.

Neueröffnungen von Produktionsbetrieben

Weitere Aktivitäten des Bell-Konzerns stärken ebenfalls das Europageschäft. Im März wird im österreichischen Marchtrenk der modernste Convenience-Betrieb Europas eröffnet. Dort werden Fleisch- und Frischprodukte für den österreichischen und deutschen Markt produziert. Im zweiten Halbjahr 2019 soll in Fuensalida bei Madrid der neue Betrieb für spanische Schinkenspezialitäten in Betrieb genommen werden. Mit dem Neubau erhöht Bell in Spanien die Trocknungskapazitäten von spanischen Rohschinken immerhin um rund eine Million Stück pro Jahr. Ausserdem soll noch dieses Jahr am deutschen Standort Bad Wünnenberg ein Produktionsbetrieb für Frisch-Convenience-Produkte seine Arbeit aufnehmen.

Hilcona wächst

Die Liechtensteiner Tochter Hilcona mit Sitz in Schaan hat, gemäss Geschäftsbericht, ein sehr gutes Jahr 2018 hingelegt. Trotz der gestiegenen Rohmaterialpreise und des anhaltenden Trends zu margenschwächeren Eigenmarken habe Hilcona in ­allen Märkten markant wachsen können.

Verantwortlich für dieses Wachstum seien insbesondere Innovationen im gesamten Angebot. Genannt werden etwa To-Go-Frischprodukte, die den Trend zu mehr Frische und Gesundheit entsprächen. Ausserdem habe Hilcona Zuwächse im Geschäft mit vegetarischen und veganen Produkten erzielt.

Bell-Chef ärgert sich über das Ergebnis 2018

Die Bell Food Group hat ihren Umsatz 2018 um 15,4 Prozent auf
4,1 Milliarden Franken steigern können. Das Absatzvolumen stieg um 19,6 Prozent auf 543 Millionen Franken, wie Bell-Chef Lorenz Wyss gestern in Basel mitteilte. Wyss ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden: «Wir alle hätten uns ein besseres Resultat gewünscht. Aber leider ist es anders gekommen.» Das sei unbefriedigend für alle Mitarbeiter. «Das Ergebnis 2018 ärgert mich. Doch wenn ich nach vorne schaue, sehe ich viele Chancen und Perspektiven.» Gewachsen ist das Unternehmen vor allem im Geschäftsbereich Convenience. Der Betriebsgewinn wurde von höheren Personal- und Rohstoffkosten gebremst und stieg lediglich um 8,8 Prozent auf gut 305 Millionen Franken. Ein schwaches erstes Halbjahr,
höhere Abschreibungen sowie Fremdwährungseinflüsse führten schliesslich zu einem Gewinn von noch 89,3 Millionen Franken, der damit um 16 Prozent tiefer liegt als im Jahr 2017. (bor)

Lorenz Wyss, Vorsitzender der Gruppenleitung, informiert in Basel über die Bilanz der Bell-Gruppe. Bild: (KEYSTONE/ Georgios Kefalas)

Lorenz Wyss, Vorsitzender der Gruppenleitung, informiert in Basel über die Bilanz der Bell-Gruppe. Bild: (KEYSTONE/ Georgios Kefalas)

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