Antrittsgelder
Hunderte von UBS-Kaderleuten erhielten Antrittsgeld

Bei der UBS sind im vergangenen Jahr insgesamt 203 Kaderleute in den Genuss von sogenannten «Ersatzzahlungen» gekommen. Dies zeigt der neuste Vergütungsbericht der Grossbank.

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Ethos-Direktor Dominique Biedermann ist für den Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative (Archiv)

Ethos-Direktor Dominique Biedermann ist für den Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative (Archiv)

Keystone

Für die 203 Kaderleute legte die UBS legte 96 Mio. Fr. aus, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Die Elite unter ihnen stellten 32 Kaderleute, die von der UBS als «Key Risk Takers» bezeichnet werden: Sie kassierten im Schnitt 2 Mio. Fr. pro Kopf als Ablösezahlung.

Lock mittel für hochkarätige Bewerber

Als «Ersatzzahlung» gilt die Kompensation von aufgeschobene Zahlungen des vorherigen Arbeitgebers, die aufgrund des Wechsels zu UBS verfallen sind. Solche Zahlungen sind laut UBS «in der Branche üblich und oft notwendig, um hochkarätige Bewerber anzuziehen».

Neben den «Ersatzzahlungen» gewährt die UBS auch «Antrittszahlungen»: Sie werden «gelegentlich wichtigen Kandidaten der obersten Führungsebene angeboten, um die Chance auf deren Zusage auf ein Angebot hin zu erhöhen», so die UBS. Letztes Jahr kamen immerhin 182 Personen in den Genuss einer solchen Zahlung.

Die UBS wendete dafür 17 Mio. Fr. auf. «Der Vergütungsbericht der UBS zeigt, dass diese Ersatzzahlungen systematisch erfolgen», sagt Dominique Biedermann, Direktor der Stiftung Ethos, die sich für Aktionärsrechte einsetzt und Pensionskassen berät. «Solche Zahlungen setzen falsche Anreize», analysiert Biedermann. «Es ist enttäuschend, dass die UBS in diesem Punkt offenbar noch nichts gelernt hat.»