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IBACH: Das Taschenmesser mit Kaffeegeschmack

Was macht man aus einer Kaffeekapsel, wenn sie ihren Dienst getan hat? Zum Beispiel einen Gemüseschäler oder ein Victorinox-Messer.
Das Victorinox-Sackmesser mit einer Hülle aus rezyklierten Kaffeekapseln. (Bild: pd)

Das Victorinox-Sackmesser mit einer Hülle aus rezyklierten Kaffeekapseln. (Bild: pd)

Die Maschine stockt, sie schluckt keine neuen Kapseln mehr. Zeit, die kleinen gebrauchten Zylinder zu entsorgen. Spätestens ab diesem Moment sind die gelöcherten Kapseln für Kaffeeliebhaber kein Thema mehr. Ab damit auf den Sammelhof, wo sie zu ihresgleichen kommen und scheinbar ewig lang in einem Palett vor sich hin triefen.

24 Kapseln für ein Messer

Hier beginnt das zweite Leben der Kaffeekapseln. Bereits 1991 führte die Nestlé-Tochter Nespresso das Sammelsystem für gebrauchte Kapseln ein und eröffnete 34 Sammelstellen in der Schweiz. Heute, 25 Jahre später, sind es mehr als 2700. Für Nespresso Grund genug, das Jubiläum zu feiern.

Der Kaffeekapselhersteller ist darum eine Partnerschaft mit dem Schwyzer Messerhersteller Victorinox eingegangen. Es ist das erste Mal in der Geschichte des traditionsreichen Unternehmens aus Ibach, dass es ein Taschenmesser lanciert, bei welchem die Schalen aus recycelten Nespresso-Aluminiumkapseln hergestellt werden. Für die Produktion der Aluminiumschalen braucht es rund 24 Aluminiumkapseln.

11 650 Stück hergestellt

Die beiden Firmen haben das Victorinox Pioneer Limited Edition genannte Taschenmesser gestern im Flag­ship Store von Victorinox in Zürich lanciert. Die Konstruktion der Taschenmesser dieser Serie ist auf Haltbarkeit und hohe Belastbarkeit ausgelegt.

Die neue Limited Edition gibt es in der gleichen violetten Farbe wie die Arpeggio-Kapsel von Nespresso. Ab dem 1. August wird das Taschenmesser in Schweizer Victorinox-Läden sowie online für 43 Franken erhältlich sein. Wer Nespresso-Kunde ist, bekommt es für 9 Franken, sofern man 300 Kapseln kauft. Allerdings ist das Messer nur für eine begrenzte Zeit erhältlich: 11 650 Stück wurden davon in Ibach hergestellt.

Zurück in den Kreislauf

Nespresso ist darüber hinaus noch andere Partnerschaften eingegangen, um bekannte Schweizer Designobjekte aus gebrauchten Aluminiumkapseln herzustellen. Eine dieser Design-Ikonen ist der sogenannte Rex-Sparschäler des Zürcher Herstellers Zena. Das Design dieses Gemüse- oder Früchteschälers ist seit 1947 unverändert. In einer Neuauflage ist er nun aus Aluminium recycelter Nespresso-Kapseln erhältlich.

Und obwohl Zena und Victorinox ihre Produkte als zeitlos, robust und beständig anpreisen, kann auch so eine Design-Ikone mal kaputtgehen und zumindest teilweise wieder in den Recyclingkreislauf geführt werden. Der grosse Vorteil von Aluminium ist, dass es unendlich oft recycelt werden kann. Bisher schien es aber nicht möglich, aus recyceltem Aluminium wieder neue Kaffeekapseln herzustellen, weil Nespresso niedrig legiertes Aluminium benötigt. Mit dem neuen Programm «Von der Kapsel zur Kapsel» wird nun aber immerhin ein Teil der heute in der Schweiz gesammelten Nes­presso-Kapseln für die Herstellung neuer Aluminiumkapseln verwendet.

Auch Victorinox selbst legt grossen Wert auf Nachhaltigkeit. So verfügt das Unternehmen beispielsweise über ein Entsorgungskonzept für flüssige und feste Stoffe. Heute werden am Hauptsitz in Ibach jährlich rund 600 Tonnen Schleifschlamm wiederverwertet.

Maurizio Minetti

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