IFZ-JUBILÄUM: Viel Lob und ein Abschied

Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug feiert sein 20-jähriges Bestehen und verabschiedet sich von seinem Gründer. Ehrengast war Nationalbankpräsident Thomas Jordan.

Livio Brandenberg
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Nationalbankpräsident Thomas Jordan (links) und der abtretende Co-Leiter des IFZ, Christoph Lengwiler. (Bild: Nadia Schärli (Zug, 31. Mai 2017))

Nationalbankpräsident Thomas Jordan (links) und der abtretende Co-Leiter des IFZ, Christoph Lengwiler. (Bild: Nadia Schärli (Zug, 31. Mai 2017))

Livio Brandenberg

Der Stolz bei den Verantwortlichen war gestern spürbar. Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern, kurz IFZ, feierte am Noch-Sitz beim Zuger Bahnhof sein 20-jähriges Bestehen. Noch-Sitz, weil das IFZ in naher Zukunft nach Rotkreuz umsiedeln wird. Denn 2014 haben die Hochschule Luzern und der Kanton Zug entschieden, in Rotkreuz einen neuen Campus zu bauen. Im Herbst 2019 soll dort neben dem neu geschaffenen Departement Informatik auch das IFZ einziehen. Aber zurück zum Jubiläum.

Im Zentrum der Feierlichkeiten stand die Verabschiedung des Gründers und Institutsleiters der ersten Stunde, Christoph Lengwiler (siehe Kasten). Der Krienser sei untrennbar mit der Geschichte und dem Erfolg des IFZ verbunden, sagte der ehemalige Direktor der Schweizerischen Nationalbank Luzern, Max Galliker, in seiner Laudatio.

Nach wenigen Jahren selbsttragend

Und dass es sich um eine Erfolgsgeschichte handelt, dürfte wohl niemand bestreiten. 1994 lassen der Handels- und Dienstleistungsverband Zug, die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zug und die Schweizerische Bankgesellschaft (heute UBS) eine Studie zum Handels- und Finanzplatz Zug erstellen. Diese schlägt Massnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen vor, darunter den Aufbau eines Hochschulinstituts für Finanzen und Handel. Die Idee wird von der Volkswirtschaftsdirektion zusammen mit der Höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschule HWV Luzern (heute Hochschule Luzern) in einem Vorprojekt ausgearbeitet. Nach einer Anschubfinanzierung wird das IFZ im Oktober 1997 offiziell eröffnet. Schon wenige Jahre später ist es selbsttragend.

Heute erwirtschaftet das Institut gegen 10 Millionen Franken pro Jahr, etwa mit Studiengeldern, Honoraren, Projektbeiträgen oder durch Sponsoring. Zudem erhält das IFZ für die Finanzierung der Forschung rund 1 Million von der Hochschule.

Die Investition in die Forschung und die Lehre beim IFZ pries gestern auch Gastredner Thomas Jordan. In einem Rückblick auf die letzten 20 Jahre Entwicklung der Schweizer Wirtschaft und der Geldpolitik mahnte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), dass die hiesigen Unternehmen nur dann wettbewerbsfähig bleiben können, wenn sie nicht stehen bleiben.

«Die Unternehmer sind dafür verantwortlich, dass ihre Firmen innovativ bleiben. Dazu liefert das IFZ einen grossen Beitrag», so Jordan. Er sprach damit auch die eigentliche Stärke des Instituts an, die Weiterbildung. So haben letztes Jahr knapp 3200 Studenten am IFZ Weiterbildungslehrgänge besucht.