Kommentar

Im Schweizer Detailhandel ist der Konsument der lachende Dritte

Während sich die Migros von Globus trennt, kann Coop den Negativtrend im Warenhaus-Geschäft stoppen.

Gabriela Jordan
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Migros und Coop beherrschen seit je her den Schweizer Markt und kämpfen um Anzahl Filialen und Marktanteile. Über diese Dominanz wird im Ausland nicht selten gestaunt. In den letzten fünf Jahren konnte nun eher Coop das Rennen für sich entscheiden. Während die Migros rückläufige Gewinne verbuchen musste, konnte Coop den Gewinn kontinuierlich steigern – vom Jahr 2018 abgesehen, das durch die Einstellung der erfolglosen Onlineplattform Siroop belastet wurde. Auch im krisengebeutelten Warenhaus-Geschäft ist Coop besser dran. Während Migros Globus verkaufen musste, trotzt Coop mit Coop City dem Abwärtstrend.

Im klassischen Detailhandelsgeschäft stagniert jedoch bei beiden der Umsatz. Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung sind die Discounter Lidl und Aldi, die seit ihrem Markteintritt vor fünfzehn Jahren stetig Marktanteile gewonnen haben. Diese stauben sie stärker der preisgünstigeren Migros ab. Da sich Coop in einem höheren Preissegment bewegt, bleibt das Unternehmen eher verschont. Mittlerweile spürt dem Vernehmen nach jedoch auch Coop die Konkurrenz – und baut mit Prix Garantie gezielt ihre Billigproduktlinie aus.

In diesem hart umkämpften und gesättigten Markt ist der Konsument der lachende Dritte. Nicht nur, dass dadurch teils deutlich die Preise gesunken sind. Experten zufolge hat der Wettbewerb auch zu mehr Vielfalt und höherer Qualität geführt.