Versicherungen
Immer mehr Einbrüche: Jetzt steigen die Versicherungsprämien

Die Zahl der Einbrüche ist in den vergangenen Jahren in der Schweiz markant gestiegen. Jetzt erhöht mit der Axa-Winterthur der erste Versicherer die Prämien für Hausratversicherungen.

Marc Fischer
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Einbrecher schlagen immer häufiger zu

Einbrecher schlagen immer häufiger zu

key/Quelle: BfS, Grafik: Adank

Der Versicherungskonzern Axa-Winterthur erhöht die Prämien für die Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung. Dies teilt der grösste Versicherer der Schweiz seine Kunden derzeit mit einem Brief mit. Der Grund: Immer mehr Einbrüche verursachen beim grössten Versicherer der Schweiz immer höhere Schadenskosten. «Deshalb müssen wir leider die Prämien für Ihre Haushaltsversicherungen anpassen», heisst es im Kundenschreiben der Axa-Winterthur sinngemäss.

«Wir verzeichneten in den vergangenen zwei Jahren einen Anstieg von über 45 Prozent an gemeldeten Fällen bei Einbrüchen, Diebstahl und Beraubung», sagt ein Axa-Winterthur-Sprecher auf Nachfrage. Das geht ins Geld. «Die durchschnittliche Schadenhöhe bei einem Einbruch ist in den vergangenen zwei Jahren von 5600 Franken im Jahr 2010 um rund 15 Prozent auf 6500 Franken im Jahr 2012 gestiegen», so der Axa-Sprecher.

Im Bereich Einbruchdiebstahl verzeichneten Axa-Winterthur 2012 einen um rund 9 Millionen Franken höheren Schadenaufwand als im Vorjahr. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat AXA Winterthur im Bereich Haushalt bereits verschiedene tarifliche Anpassungen vorgenommen. So wurden die Prämien bei Neuabschlüssen oder Mutationen bereits in den vergangenen Monaten erhöht. Neu kommen auch die Policen von bestehenden Kunden dran. Wie stark die Erhöhung im Schnitt ausfällt, wollte Axa-Winterthur nicht sagen. «Die Anpassung ist abhängig von verschiedenen Kriterien, weshalb eine generelle Aussage nicht möglich ist», so der Sprecher.

Gemäss den Zahlen des Bundesamts für Statistik sind die Einbruch- und Einschleichdiebstähle vor allem 2012 mit einem Plus von 13 Prozent markant gestiegen. 2011 waren es 5 Prozent. Und von 2009 auf 2010 war gar ein Rückgang um 3 Prozent zu beobachten.

Höchster Schadenswert seit 5 Jahren

Seit 2010 erhöhten sich die Einbrüche insgesamt um 18 Prozent. Das bekommen auch andere Versicherer zu spüren. Die Mobiliar, der grösste Hausratversicherer der Schweiz, verzeichnete 2012 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg der Schadenszahlungen im Zusammenhang mit Einbrüchen um rund 8 Prozent auf insgesamt 5 Millionen Franken oder im Schnitt auf 5600 Franken. «Das war der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre», so ein Mobiliar-Sprecher auf Anfrage.

Dieser Trend hält auch im laufenden Jahr an, allerdings auf niedrigerem Niveau: So hatte die Mobiliar im ersten Quartal rund 3 Prozent mehr Einbruchsfälle verzeichnet als ein Jahr zuvor. Der Berner Versicherer wartet aber mit Prämienerhöhungen ab. «Unsere Prämien sind so berechnet, dass wir Schwankungen aushalten können», so der Mobiliar-Sprecher.

Ähnlich tönt es bei den Helvetia Versicherungen. Auch beim Basler Unternehmen hatte man im vergangenen Jahr einen Anstieg der Schadenszahlungen verzeichnet. In den letzten fünf Jahren um 15 Prozent. «Wir werden die Prämien derzeit noch nicht anpassen. Wenn die Einbrüche aber weiter steigen, müssen wir sicher über die Bücher gehen», sagt ein Helvetia-Sprecher.

Wie stark die Versicherer von den Einbruchschäden betroffen sind, hängt davon ab, in welchen Regionen sie vertreten sind. So verzeichnen derzeit vor allem Grenzregionen, Genf und die Ostschweiz viele Einbrüche. «Die statistischen Daten lassen noch keinen Schluss zu, dass es sich dabei um einen anhaltenden Trend handelt», sagt Stefan Schürmann, Versicherungsanalyst bei der Bank Vontobel.

Klar ist dennoch: Nehmen die Einbrüche weiter zu, werden weitere Versicherer dem Beispiel von Axa-Winterthur folgen.