Immer mehr Zentralschweizer wagen sich in die «Höhle der Löwen»

Während bei der ersten Staffel der Sendung «Die Höhle der Löwen» nur 3 Teilnehmer aus der Zentralschweiz stammten, hat sich die Zahl in der zweiten Staffel verdoppelt.

Federico Gagliano
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René Merkli bei seinem Auftritt in «Die Höhle der Löwen». Die Sendung wird am 27. Oktober ausgestrahlt

René Merkli bei seinem Auftritt in «Die Höhle der Löwen». Die Sendung wird am 27. Oktober ausgestrahlt

Bild: PD

Es ist die Hoffnung jedes Jungunternehmers: Einen oder mehrere Investoren zu finden, die dem Projekt die nötigen Geldmittel verschaffen, um richtig durchzustarten. In der Fernsehsendung «Die Höhle der Löwen» wird daraus Unterhaltung gemacht – Neuunternehmer buhlen mit ihren Ideen um die Gunst von fünf möglichen Investoren.

Kein Wunder wagen sich auch Zentralschweizer Start-ups in die Höhle. Zum Beispiel die Luzerner Visagistin Violeta Salicunaj, die sich mit ihrem Wimpernlöffel eine Investition von 70'000 Franken für 30 Prozent Beteiligung sicherte. Waren es in der ersten Staffel aber insgesamt nur drei Teilnehmer aus der Zentralschweiz, sind es in der zweiten Staffel bereits mehr als doppelt so viele. Erst vergangenen Dienstag schaffte es das Fintech-Start-up Expense Robot, welches seit September Yokoy heisst, gleich alle fünf Investoren zu überzeugen. Die Nidwaldnerin Melanie Gabriel und ihr Team gewannen den Unternehmer Tobias Reichmuth als Investor – er bot 250'000 Franken für einen Anteil von 5 Prozent am Unternehmen.

«Ich wollte eigentlich nie selbstständig sein»

In der nächsten Folge am 27. Oktober werden gleich zwei Luzerner Start-ups ihr Glück in der Sendung versuchen: Frank Forster und Francesco Catarci werden ihr Produkt «Steamy Wonder» vorstellen, einen Stick, um Gemüse in zwei bis drei Minuten verzehrfertig zu steamen. René Merkli aus Meggen wird sein Start-up Senior E-Sports vorstellen, welches ältere Gamer zusammenbringen will.

Für Merkli, der erst letztes Jahr mit seinem Senior E-Sports startete, ist aus dem Teilzeitprojekt inzwischen ein Vollzeitjob geworden. «Ich wollte eigentlich nie selbstständig sein», gesteht Merkli. Das positive Feedback und die steigenden Anmeldungen in den letzten Monaten hätten ihn aber überzeugt, sich ganz seiner Idee zu widmen.

Am Ziel hat sich nichts geändert: Senior E-Sports will weiterhin gleichaltrige Gamer zusammenbringen, die sich mit den jüngeren nicht mehr messen wollen – oder können. Nur das Alter wurde etwas heruntergeschraubt: Statt 38 beträgt das Mindestalter nun 35 Jahre, um bei den «Senioren» mitzuspielen. Der Beitritt ist kostenlos, eine Premium-Mitgliedschaft, die Zutritt zu Turnieren und besonderen Anlässen erlaubt, kostet 89.90 Franken im Jahr. Kommuniziert wird über eine eigens dafür entwickelte App.

Das inzwischen zur Aktiengesellschaft gewordene Unternehmen zählt heute drei Angestellte und rund 1200 Mitglieder – bis Ende Jahr sollen es über 10'000 werden. Um dieses Ziel zu erreichen, will sich Merkli die Hilfe eines Löwen sichern: In der Folge vom 27. Oktober wird Merkli deshalb Senior E-Sports in der Sendung vorstellen. Wie es ausgegangen ist, darf er noch nicht verraten – der Weg bis zur Sendung sei aber nervenaufreibend gewesen. Merkli pokerte nämlich auf die Gunst von Verleger Jürg Marquard, der bereits in einige Gaming-Pro­jekte investiert hat. Dieser verliess aber Anfang Jahr die Sendung wegen einer Erkrankung und wurde durch DJ Antoine ersetzt.

Grosses Potenzial in Deutschland

Da er auch vor der Sendung keinen Kontakt zu der Jury hatte, habe er sich bei der Aufnahme vergangenen Februar völlig ins kalte Wasser gestürzt, so Merkli:

«Mitten in meinem Pitch dachte ich: ‹Was mache ich hier eigentlich?›»

Das habe sich dann aber wieder gelegt. Nach der Aufnahme wurde die Produktion auch noch wegen eines positiven Coronafalls verschoben – Merkli freut sich, dass die Folge nun endlich ausgestrahlt wird. «Selbst ohne Investor ist die Sendung eine Möglichkeit, mit Senior E-Sports mehr Leute zu erreichen», erklärt er. An seinem ursprünglichen Ziel, in zwei Jahren auch in den USA durchzustarten, hält er noch fest. Zunächst liegt sein Fokus aber auf Schweiz, Deutschland und Österreich.

Besonders in Deutschland gebe es eine grosse Anzahl an erwachsenen Gamern. Laut Daten der deutschen Games-Branche steigt das Durchschnittsalter der deutschen Gamer kontinuierlich und liegt dieses Jahr bei 37,5 Jahren. Die grösste Spielergruppe stellen die 50-Jährigen. Senior E-Sports hat damit grosses Potenzial – ob einer der Löwen angebissen hat, wird aber erst nächste Woche bekannt.

«Die Höhle der Löwen» läuft noch bis am 10. November, jeden Dienstag um 20.15 Uhr, auf TV24.

Der Trailer zur Sendung: