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IMMOBILIEN: Druckzentrum Adligenswil: Erste Hoffnung auf Investor hat sich zerschlagen

Die Suche des Druckerei-Immobilienbesitzers Hofmann nach einem Investor ist gescheitert. Die Gefahr steigt, dass die Ringier-Druckerei in gut einem Jahr schliesst und 172 Mitarbeitende ihre Stelle verlieren.
Rainer Rickenbach
Das Druckzentrum in Adligenswil soll Ende 2018 geschlossen werden. (Bild: Pius Amrein (8. November 2017))

Das Druckzentrum in Adligenswil soll Ende 2018 geschlossen werden. (Bild: Pius Amrein (8. November 2017))

Rainer Rickenbach

Werner Hofmann ist Eigentümer der Immobilie mit dem Druckzentrum in Adligenswil. Er hat die Liegenschaft vor vier Jahren dem Zürcher Medienkonzern Ringier abgekauft. Nachdem vor gut zwei Wochen bekannt wurde, der Konzern schliesse die Druckerei Ende 2018, verbreitete der Zürcher Immobilienentwickler Hoffnung. Er könne sich gut vorstellen, dass sich ein Investor finden lasse, der die Druckerei weiterführe, sagte er im Regionaljournal Zentralschweiz.

Die Hoffnung hat sich zerschlagen. «Leider. Ich stand in Verhandlungen mit einem möglichen Geldgeber, und es sah anfänglich viel versprechend aus. Doch dann stellte sich heraus, dass kaum Druckaufträge mehr vorhanden sind», erklärt Hofmann. Ringier habe sie aus nachvollziehbaren Gründen bereits an andere Druckereien weitergereicht. Vielleicht, so der Besitzer der Druckereiliegenschaft, wäre es besser herausgekommen, wenn er früher von den Schliessungsplänen erfahren hätte. «Doch nach der Bekanntmachung war es zu spät. Ringier hatte zuvor ja auch schon Interessenten gesucht, die den Betrieb weiterführen. Doch so einfach ist das nicht.»

Ähnlich tönt es beim Zürcher Medienkonzern selbst. «Wir haben in alle Richtungen geprüft», sagt Ringier-Sprecherin Manuela Diethelm. «Leider ist der jetzt geplante Entscheid zur Schliessung wegen der wirtschaftlichen Situa­tion und der generell wirtschaftlich instabilen Zukunftsperspektiven des Zeitungsdruckgeschäfts die einzige Option, die sich dargestellt hat.»

Mietvertrag bis 2028

Hofmann wird sich mit Ringier aber auch ohne Investor noch einmal an den Verhandlungstisch setzen müssen. Denn der Mietvertrag des Medienkonzerns für das Druckereigebäude läuft noch bis 2028 – also zehn Jahre über die geplante Schliessung hinaus. Hofmann: «Ich befinde mich mit Ringier zurzeit in intensiven Gesprächen, um möglichst schnell eine Lösung für die Liegenschaft zu finden.»

Bei der Gewerkschaft Syndicom ist man indes nach wie vor der Überzeugung, dass sich die Weiterführung des Druckereibetriebes lohnen würde. «Natürlich gehen mit der ‹Migros-Zeitung› und der ‹Luzerner Zeitung› samt Regionalausgaben zwei Grossaufträge verloren. Doch deswegen muss Ringier doch nicht gleich den ganzen Druckereibetrieb einstellen», sagt Angelo Zanetti, Zentralsekretär Grafische Industrie bei Syndicom.

Die Maschinen seien auf dem neusten Stand, der Mietvertrag sei langfristig angelegt, und Ringier habe den Gewinn im vergangenen Jahr massiv gesteigert. «Es ist also genügend Geld vorhanden, und grosse Investitionen stehen nicht an», so Zanetti. Syndicom werde nicht unversucht ­lassen, Ringier davon zu überzeugen, die eigene Druckerei weiterzuführen. Das dürfte schwierig werden.

Ringier-Sprecherin Diethelm sagt dazu: «Aus heutiger Perspektive und nach Prüfung aller bisherigen Optionen betrachten wir eine Weiterführung als nicht realistisch.» Der Gewerkschafter Zanetti lobt die Druckerei-Mitarbeitenden für ihr Engagement, das sie auch nach der Hiobsbotschaft vom 8. November an den Tag legen. «Sie sind sehr professionell und verrichten ihre Arbeit trotz der sich abzeichnenden Schliessung seriös», sagt Zanetti.

Ringier wendet bestehenden Sozialplan an

Ringier lässt in Adligenswil die eigenen Zeitungen «Blick», «Blick am Abend», «Sonntagsblick», «Handelszeitung» sowie «Le Temps» drucken. Diese Titel sollen ab 2019 wie die «Luzerner Zeitung» im Druckzentrum von Tamedia («Tages-Anzeiger») in Zürich von den Druckmaschinen gehen. Das Konsultationsverfahren für das Personal ist im Gang. Daran beteiligen sich die Personalkommission des Druckzentrums sowie je zwei Vertreter der Gewerkschaften Syndicom und Syna. Projektleiter und Arbeitgebervertreter ist Alfred Wälti, Geschäftsführer von Swissprinters in Zofingen. An bisher drei Versammlungen wurden die 172 Mitarbeitenden informiert. «Wir stehen aber erst am Anfang des Konsultationsverfahrens», sagt Zanetti von Syndicom dazu.

Bei der geplanten Schliessung kommt gemäss Ringier ein bestehender Sozialplan zur Anwendung. «Über die Details werden die Mitarbeitenden zurzeit informiert», sagt Ringier-Sprecherin Diethelm. Zu den Details des Sozialplanes äussert sie sich noch nicht, dazu sei es zu früh.

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