IMMOBILIEN: Nationalbank warnt vor steigenden Hypozinsen

Die Nationalbank beurteilt die Situation auf dem Immobilienmarkt unverändert kritisch. Vizepräsident Danthine mahnt im Interview der „Zentralschweiz am Sonntag“ bei der Aufnahme von Hypothekarkrediten zur Vorsicht.

Balz Bruppacher
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Sieht den Mindestkurs als eine zurzeit unumgängliche Massnahme: Nationalbank-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Sieht den Mindestkurs als eine zurzeit unumgängliche Massnahme: Nationalbank-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

«Sicher müssen wir uns auf einen Anstieg gefasst machen, die Zinsen können nicht für immer auf so tiefem Niveau verharren», sagte Jean-Pierre Danthine zur Frage nach der Entwicklung der Hypothekarzinsen. Der Zeitpunkt des Zinsanstiegs sei aber sehr schwer zu bestimmen und hänge ganz entscheidend von der internationalen Entwicklung ab. Der Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verwies auf das Niveau der Hypozinsen von rund 5 Prozent vor der Finanzkrise und empfahl: «Die Leute, die heute einen Hypothekarkredit aufnehmen, sollten deshalb mit diesem Satz rechnen.»

Die Hypothekarkredite sind letztes Jahr zwar etwas weniger stark gestiegen als im Vorjahr, aber immer noch deutlich stärker als das Bruttoinlandprodukt. «Das Ungleichgewicht verschärft sich also», sagte Danthine und fügte hinzu: «Das beunruhigt uns.» Auch bei den Immobilienpriesen sieht Danthine keine Anzeichen für eine Trendwende. Die Preise der Eigentumswohnungen seien landesweit auf einem Niveau, das sich nicht rechtfertigen lasse. Auch nicht durch die zusätzliche Nachfrage wegen der Zuwanderung.

Credit Suisse steht besser da

Auf dem Immobilienmarkt sieht Danthine auch die grössten Gefahren für die Finanzstabilität. Die im Inland tätigen Banken verfügten zwar über recht komfortable Eigenmittelpolster. «Aber das Umfeld ist besonders riskant», sagte der SNB-Vizepräsident. Etwas mehr Kapital wäre deshalb noch besser. Dieses Ziel soll mit dem zusätzlichen Eigenmittelpuffer erreicht werden, den die Banken bis Ende September aufbauen müssen. Beachtliche Fortschritte bei der Widerstandskraft attestierte Danthine den beiden Grossbanken und machte namentlich auf den Aufholeffekt der Credit Suisse (CS) aufmerksam. Vor Jahresfrist hatte die Nationalbank die CS ungewöhnlich scharf zur Stärkung ihrer Kapitalbasis gemahnt.

Mindestkurs unerlässlich

Der Vizepräsident der Nationalbank nahm im Interview auch zur Währungssituation Stellung und bezeichnete den Euro-Mindestkurs als zurzeit unerlässlich. Weil sich die Lage in der Eurozone nur sehr langsam verbessere, sei ein Kurswechsel in der Geldpolitik in der kurzen Frist «höchst unwahrscheinlich». Was die Zukunft des Finanzplatzes betrifft, vertrat Danthine die persönliche Auffassung, dass sich die Schweiz nicht vollkommen von der internationalen Entwicklung abkoppeln könne. «Ich glaube, man muss sich anpassen», sagte er.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag oder im E-Paper.