Logiernächte
In den Bergen tut der Franken besonders weh

Der Start in die Sommersaison war für die Schweizer Hoteliers zufriedenstellend – aber nur in den Städten. In den Bergen gingen die Übernachtungen stark zurück.

Roman Schenkel
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In den Bergen bleiben die Zimmerschlüssel am Schlüsselbrett hängen (Symbolbild)

In den Bergen bleiben die Zimmerschlüssel am Schlüsselbrett hängen (Symbolbild)

Keystone

Die Schweizer Hoteliers sprechen zwar von einem zufriedenstellenden Start in die Sommersaison – immerhin wurden im Mai und Juni 1,3 Prozent mehr Übernachtungen verzeichnet. Diese Zahlen zeigen aber nur die halbe Wahrheit, ist Hotelleriesuisse überzeugt. Der Verband geht davon aus, dass die Statistik bald andere Zahlen zeigen wird.

Aus einem einfachen Grund: dem starken Franken. Trotz dem Zwischenhoch der Logierzahlen im Juni rechnet Hotelleriesuisse damit, dass sich angesichts der prekären Lage an der Währungsfront der negative Jahrestrend in den kommenden Monaten fortsetzen wird. Der Verband zielt damit auf die Zahlen für das erste Halbjahr 2011 ab. In der ersten Jahreshälfte gingen die Logiernächte leicht um 0,2 Prozentpunkte zurück.

«Besonders in der Ferienhotellerie sind die Aussichten düster», sagt Christoph Juen, Geschäftsführer von Hotelleriesuisse. Erschwert werde die Lage noch dadurch, dass aufgrund des starken Frankens auch Schweizer künftig vermehrt Ferien im Ausland buchen dürften.

Laut Bundesamt für Statistik (BFS) zeigen sich die Zahlen der Hotelübernachtungen von Schweizern allerdings stabil. In den ersten beiden Monaten der diesjährigen Sommersaison stieg die Zahl der Schweizer Hotelgäste gemäss BFS geringfügig um 1,7 Prozent, im gesamten Halbjahr erhöhte sie sich insgesamt um 0,8 Prozent.

Starke Zunahme in den Städten

Dass sich der Rückgang an Übernachtungen in Grenzen hielt, führt Hotelleriesuisse auf das Wachstum in den grossen Städten zurück. Die Städte profitieren vor allem vom Geschäftstourismus – dieser schnitt im ersten Halbjahr 2011 sehr gut ab. Im Alpenraum hingegen habe die Stärke des Frankens deutliche Spuren hinterlassen, so Hotelleriesuisse.

Diese Einschätzung von Hotelleriesuisse wird von der Statistik gestützt: Während in der Region Zürich von Januar bis Juli 5,43 Prozent mehr Übernachtungen verzeichnet wurden und im Raum Genf 3,4 Prozent mehr, sank die Zahl der Logiernächte im Wallis um 3,5 Prozent und in Graubünden gar um 6 Prozent.

Ein Einbruch der Statistik verhindert zudem die immer grössere Zahl von Russen, Indern und Chinesen, die für Ferien in die Schweiz kommt. Die Zahl der deutschen Touristen – der wichtigsten aller Gästegruppen – ging in der ersten Jahreshälfte um deutliche 5,7 Prozentpunkte zurück.