Altgold
In Schweizer Haushalten liegen 20 Milliarden Franken Altgold herum

Der Handel mit Altgold ist seit Jahren ein blühendes Geschäft. Jetzt zeigt sich: Durch den tiefen Euro erhält die Branche noch einmal einen kräftigen Schub. Kein Wunder: In Schweizer Haushalten liegen heute 20 Milliarden Franken an Altgold herum.

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Keystone

Vasilije Mustur

Seit Wochen befindet sich der Euro im freien Fall. Die Konsequenz: Anleger und Sparer flüchten sich in Sachanlagen - vor allem in Gold. Dies wiederum lässt den Preis für das Edelmetall in die Höhe schiessen.

Jetzt zeigen Recherchen von «a-z.ch»: Schweizer packen diese Gelegenheit beim Schopfe und verkaufen ihren alten Schmuck - zur Freude der Altgoldhändler. «Die Nachfrage hat in den letzten Wochen stark zugenommen. Der Andrang ist derart gross, dass wir teilweise Securitas organisieren müssen, um in der Warteschlange für Ruhe und Ordnung zu sorgen», bestätigt Patrick Huber - Inhaber von «Münzen Huber» in Aarau. Der Goldhändler ist so erfolgreich, dass er ab September einen zusätzlichen Mitarbeiter einstellen kann. «Ich bin zwar seit 20 Jahren im Geschäft, doch so etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Huber.

So werden Sie nicht über den Tisch gezogen

Für den Konsumenten ist es meist schwierig herauszufinden, wie viel sein Schmuckstück eigentlich Wert ist. Damit ist jetzt Schluss, denn «a-z.ch» erklärt, wie Sie herausfinden können, wie viel bares Sie für ihre Goldkette bekommen. Greifen Sie zur Waage, stellen sie den Schmuck darauf und multiplizieren das angezeigte Gewicht des Schmucks mit dem aktuellen Tageskurs des Goldes. Aber Achtung: Die Arbeit des Händlers wird von diesem ausgerechneten Preis abgezogen. (muv)

Derweil ist Huber nicht der Einzige Goldhändler, dessen Geschäft blüht. Auch der Edelmetall-Händler Erwin Dietrich in Zürich kann sich vor Neukunden kaum retten. «Seit fünf Jahren boomt der Markt. Dabei ist der Absatz von Altgold um bis zu 50 Prozent gestiegen - und das pro Jahr».

20 Milliarden Franken Altgold in Schweizer Haushalten

Für Branchenkenner ist die grosse Nachfrage indes keine Überraschung. «Wir schätzen, dass in den Schweizer Haushalten Altgold im Wert von bis zu 20 Milliarden Franken ungenutzt herumliegt. Dieses ist kaputt, demoliert oder wurde geerbt und bringt dem Besitzer keinerlei Freude», erklärt ein führender Lieferant von Edelmetallen - der aus Sicherheitsgründen namentlich nicht genannt werden will.

Nun komme diese Ware allmählich in Umlauf. So geht der Insider davon aus, dass Altgoldhändler derzeit pro Jahr bis zu einer Milliarde Franken an Altgold von Privaten aufkaufen. «Es ist ein Boomarkt von nie dagewesenen Dimensionen».

Altgoldhändler und Branchenkenner sind sich deshalb einig: Der Boom nach Altgold wird kurz- und mittelfristig weiter anhalten und ansteigen.