Industrie
CPH: Riesen-Abschreiber auf Papierproduktionsanlagen in Perlen

Wertminderung auf das Anlagevermögen der Papierproduktion in Perlen in der Höhe von 150 Millionen Franken belastet das Ergebnis. Ein Zusammenhang zur jüngsten Cyberattacke besteht nicht.

Maurizio Minetti
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«Papierpreise werden dieses Jahr steigen»: Blick in die Papierfabrik der CPH-Gruppe in Perlen.

«Papierpreise werden dieses Jahr steigen»: Blick in die Papierfabrik der CPH-Gruppe in Perlen.

Bild: Patrick Huerlimann (25. Februar 2020)

Als ob die Cyberattacke vor einer Woche nicht genug wäre, informierte die Luzerner CPH-Gruppe am Freitag auch noch über einen grossen Abschreiber. Wegen des anhaltenden Verdrängungswettbewerbs im Bereich Papier erwartet CPH im Geschäftsjahr 2021 einen ausserordentlichen Wertminderungsaufwand auf das Anlagevermögen der Papierproduktion von 150 Millionen Franken.

Der europäische Markt für grafische Druckpapiere sei seit längerem im Umbruch, erklärt CPH. Als Folge der Digitalisierung gehe die Nachfrage nach Zeitungsdruckpapieren jährlich um 6 bis 8 Prozent zurück. Dies führte zu Überkapazitäten bei den Herstellern und hohem Preisdruck. Hinzu kamen die 2021 sehr stark gestiegenen Rohmaterial- und Energiepreise. Obwohl aufgrund hoher Kapazitätsreduktionen im vergangenen Jahr Angebot und Nachfrage im Papiermarkt zurzeit nahezu im Gleichgewicht seien und in der Folge die Papierpreise dieses Jahr steigen werden, sei am europäischen Papiermarkt mittelfristig keine Entspannung in Sicht, schreibt CPH in der Mitteilung. Die Nachfrage werde in den kommenden Jahren weiter zurückgehen und die Überkapazitäten dürften den Druck auf die Preise hochhalten, glaubt das Unternehmen.

Eigenkapitalquote bleibt solid

Die CPH-Gruppe hat deshalb die Werthaltigkeit des Anlagevermögens neu beurteilt. Sie kam zum Schluss, dass eine ausserordentliche Wertminderung auf das Anlagevermögen der Papierproduktion in Perlen in der Höhe von 150 Millionen Franken notwendig ist. Dies werde das Nettoergebnis 2021 der CPH-Gruppe beeinflussen, welches in der Grössenordnung der Wertminderung negativ ausfallen werde. Hingegen habe die Wertminderung keinen Einfluss auf das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda), den Cashflow sowie die Cashposition der Gruppe, die nach Wertminderung weiterhin eine «solide Eigenkapitalquote von über 50 Prozent aufweist», so das Unternehmen.

Der Bereich Papier verfolge eine Volumenstrategie mit dem Ziel, die Kostenführerschaft im hart umkämpften europäischen Papiermarkt nachhaltig und damit auf lange Frist zu behaupten. Der Bereich verfüge dabei auch langfristig über wichtige Wettbewerbsvorteile, ist das Unternehmen überzeugt. Dank einem modernen Maschinenpark könne das Papier in Perlen sehr kosteneffizient und nahezu CO2-neutral hergestellt werden.

Das Unternehmen betont auf Anfrage, die Wertminderung auf das Anlagevermögen der Papierproduktion habe nichts mit der Cyberattacke zu tun.

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