Industrie
Einzelne Geschäftsbereiche von Metall Zug sind stark von der Pandemie betroffen

Ohne das einstige Zugpferd V-Zug hat der Umsatz der Metall-Zug-Gruppe 2020 deutlich abgenommen. Vor allem die Schleuniger-Gruppe litt stark unter dem Nachfragerückgang in der Automobilindustrie.

Christopher Gilb
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Blick in die Räumlichkeiten von Belimed.

Blick in die Räumlichkeiten von Belimed.

Bild: PD

Während der Haushaltsgerätehersteller V-Zug am Mittwoch ein gutes Geschäftsergebnis für 2020 vorlegen konnte, sieht es beim einstigen Mutterkonzern, der Metall-Zug-Gruppe, etwas anders aus. Seit dem Spin-off von V-Zug ist diese im Wesentlichen in zwei Marktsegmenten tätig: mit der Haag-Streit-Gruppe, der Belimed Infection Control und Belimed Life Science in der Medizinaltechnik und mit der Schleuniger-Gruppe in der Kabelverarbeitung. Zudem hält der Konzern eine 30-prozentige Beteiligung an V-Zug und verfügt über den Tech Cluster Zug, wo auf dem 60'000 Quadratmeter grossen Werkareal ein neues Stadtquartier entsteht.

Vor allem der Automobilzulieferer Schleuniger bekam nun die Auswirkungen der Coronapandemie und die anhaltende Nachfrageflaute in der Automobilindustrie zu spüren. Es resultierte ein Umsatzrückgang um 27,6 Prozent. Auch Haag-Streit bekam die Folgen der Pandemie zu spüren. Dabei handelt es sich zwar um einen Medizintechnikhersteller, die eigentlich von der Pandemie insgesamt eher profitieren konnten. Die Firma aus Köniz im Kanton Bern ist aber auf Präzisionsinstrumente für Augenärzte spezialisiert, welche stark über Messen dem Fachpublikum präsentiert und verkauft werden. Solche aber fanden bekanntlich 2020 keine mehr statt. Der Umsatzrückgang im entsprechenden Geschäftsbereich betrug 19 Prozent. Leicht zulegen konnte hingegen die Belimed Life Science, die Sterilisationsanlagen etwa für Spitäler herstellt.

Unternehmen befindet sich in der Transformation

Insgesamt erzielte Metall Zug im Jahr 2020 einen Bruttoerlös von 826,3 Millionen Franken. Zum Vergleich: Im Vorjahr, als V-Zug noch zur Gruppe gehörte, betrug dieser 1,22 Milliarden Franken. Bereinigt um den Abspaltungseffekt der V-Zug, die Mitte 2020 eigenständig wurde, betrug der Umsatzrückgang zum Vorjahr dann gesamt 7,8 Prozent. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebit lag bei 15,5 Millionen Franken, das Konzernergebnis betrug 14,3 Millionen Franken.

Die Verantwortlichen des Unternehmens zeigten sich überzeugt, dass die Effekte der Pandemie temporär sind und die entsprechenden Unternehmen wieder zurück in die Spur finden. Auch deshalb sagten sie am Donnerstag an einem Gespräch mit den Medien, Restrukturierungen bei den betroffenen Firmen seien derzeit nicht geplant. Sowieso ist bei der Gruppe gerade vieles im Fluss, da sie sich in einer Transformation weg von einer konzernmässig geführten Industriegruppe «zu einer Holdinggesellschaft von Industrieunternehmen mit Wertsteigerungspotenzial» befindet, wie ausgeführt wurde. In diesem Rahmen seien auch weitere Spin-offs denkbar. Konkrete Pläne gäbe es derzeit aber nicht. Die Gruppe beschäftigt rund 3000 Mitarbeitende.

Für die Generalversammlung am 30. April beantragt der Verwaltungsrat eine unveränderte Dividende in Höhe von brutto 1,70 Franken je Namenaktie Serie A und 17 Franken je Namenaktie Serie B.