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INDUSTRIE: Metall Zug im Umbruch

Sonderkosten und Umstellungen zehrten beim Industriekonzern Metall Zug am Gewinn. Sorgen bereitet vor allem der Sterilisationsgerätebauer Belimed. Eine Neuerwerbung stimmt die Gruppe aber zuversichtlich.
Rainer Rickenbach
Metall-Zug-Tochter V-Zug konnte seine starke Marktposition trotz eines Umsatzrückgangs ausbauen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 21. August 2017))

Metall-Zug-Tochter V-Zug konnte seine starke Marktposition trotz eines Umsatzrückgangs ausbauen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 21. August 2017))

Rainer Rickenbach

Als «verhalten» bezeichnete Verwaltungsratspräsident Heinz M. Buhofer das Jahresergebnis 2017 von Metall Zug. «Wenn man mit dem vergangenen Jahr nicht zufrieden ist, wird man es umso genauer anschauen müssen», sagte er. Das taten er und CEO Jürg Werner gestern an der Bilanzmedienkonferenz dann auch.

Der Umsatz der Unternehmensgruppe war im zurückliegenden Jahr stabil, bereinigt um Zukäufe und Währungseinflüsse ging er um lediglich 0,1 Prozent zurück (siehe Tabelle). Abgesackt ist dagegen das Betriebsergebnis: Der operative Gewinn nahm um fast 44 Prozent ab und beziffert sich neu auf 53 Millionen Franken. Dank des starken Börsenjahrs fiel das Finanzergebnis mit 30,4 Millionen Franken stark aus. Es hielt den Rückgang beim Konzernergebnis in Grenzen. Mit einer Eigenkapitalausstattung von 77,4 Prozent der Bilanzsumme verfügt das börsenkotierte Unternehmen über einen robusten finanziellen Hintergrund.

Investitionen und Restrukturierungen kosten

Metall Zug befinde sich im Wandel, betonten Buhofer und Werner gestern. Die Kosten für den Wandel fanden in den Ergebniszahlen ihren Niederschlag: Es waren Zusatzaufwendungen nötig für die Digitalisierung der Produkte, die Erneuerung des Produktionsstandorts für die Haushaltsapparate in Zug, Restrukturierungen beim Sterilisationsgerätebauer Belimed und den Ausbau beim Drahtverarbeiter Schleuniger. Ohne die Restrukturierungskosten bei Belimed wäre das Betriebsergebnis bei 73,8 Millionen Franken zu liegen gekommen, sagte Werner.

Das Geschäft mit den Haushaltsapparaten verlief uneinheitlich. Zu diesem Segment gehören V-Zug, Sibir und die Gehrig- Gruppe. In der Schweiz konnte V-Zug trotz eines leichten Umsatzrückgangs die starke Marktposition ausbauen. Erfolgreich war V-Zug im Fernen Osten. In China und Hongkong hat der Haushaltsgeräte-Hersteller den Umsatz im letzten Jahr verdoppelt. In Qingdao, einer Stadt in der Nähe von Peking, realisierten die Zuger den grössten Auftrag ihrer Firmengeschichte: In einer grossen Wohnsiedlung wurden 391 Wohnungen komplett mit V-Zug-Haushaltsgeräten ausgerüstet. Das Vorantreiben der Digitalisierung bei V-Zug brachte unter anderem eine App hervor, die mit den Geräten korrespondiert. Die Aufwendungen und die Erneuerung des Produktionsstandorts Zug drückten aber auf die Profitabilität. In den USA blieb das Niveau des Vorjahrs erhalten.

Schlecht lief es bei Belimed. Sie stellt Sterilisationsgeräte für Arztpraxen und Spitäler her. Ihr Umsatz sank um 6,1 Prozent auf 193,4 Millionen Franken. Lieferschwierigkeiten und Produktionsverzögerungen führten da­zu, dass verschiedene Produkte im saisonal wichtigen vierten Quartal nicht zu den Kunden gelangten. «Die Situation bei Belimed ist unbefriedigend», sagte Buhofer. Ein gutes Jahr hatte indes die Drahtgruppe Schleuniger. Im Februar erwarb Metall Zug 70 Prozent des Berner Medizinaltechnikunternehmens Haag-Streit. Es dürfte zu einem Wachstumsschub führen. Metall Zug erwartet für das aktuelle Jahr ein klar besseres Betriebsergebnis.

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 7 Franken pro Namenaktie A und von 70 Franken je Namenaktie B. An der Börse gab die Aktie gestern um 3,1 Prozent nach.

Mitarbeit: Livio Brandenberg

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