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Industrie schafft Stellen in der Schweiz

Die Schweizer Unternehmen suchen deutlich mehr Personal als noch vor einem Jahr. Vor allem IT-Spezialisten, Ingenieure und auch Baufachleute sind gefragt.
Rainer Rickenbach
Informatiker gehören nach wie vor zu den gefragtesten Arbeitskräften. (Gaetan Bally/Keystone; Zürich, 4. Juli 2017)

Informatiker gehören nach wie vor zu den gefragtesten Arbeitskräften. (Gaetan Bally/Keystone; Zürich, 4. Juli 2017)

Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der Schweiz stieg im Frühling um 6 Prozent. In der Zentralschweiz beziffert sich der Anstieg auf 5 Prozent. «Die aktuell sehr positive Wirtschaftslage spiegelt sich im Rekrutierungsverhalten der Unternehmen ­wider. Sie suchen momentan ­intensiv nach neuem Personal», sagt Nicole Burth, CEO der Adecco-Gruppe Schweiz.

Die schweizweit grösste Stellenvermittlerin hat die Entwicklung von April bis Juni unter die Lupe genommen und mit ihren früheren Zählungen verglichen. Sie stützte sich dabei auf ausgeschriebene Stellen in 90 Zeitungen und Anzeigern, 12 Onlinestellenportale und 1300 Unternehmensauftritte im Internet.

Industrieberufe sind am stärksten gefragt

Dass die Firmen deutlich mehr Leute suchen als noch vor einem Jahr, überrascht Felix Howald, Direktor der Zentralschweizer ­Industrie- und Handelskammer, nicht. «Die Konjunktur ist weltweit im Plus und der Schweizer Franken schwächer. Davon profitiert vor allem die Industrie, die lange Zeit stark unter der Frankenüberbewertung gelitten hat», so Howald. In der Tat deuten die gesuchten Stellenprofile auf eine Renaissance der Schweizer Industrie hin.

Am stärksten gestiegen sind mit einem satten Plus von 28 Prozent in der Zentralschweiz Stelleninserate für Informatiker, Ingenieure und ­weitere industriell-gewerbliche Berufe (siehe Grafik). Leute mit entsprechenden Ausbildungen und Erfahrungen sind erstmals seit Jahren stärker gesucht als Fachleute für das Gesundheitswesen. Felix Howald: «Es war oft von Desindustrialisierung die Rede, die der starke Franken mit sich bringe. Jetzt, da sich die Rahmenbedingungen für die ­Industrie gebessert haben, trägt sie aber wieder am meisten zum Arbeitsplatzwachstum des Landes bei.» Was aber keineswegs bedeutet, dass die Industrieunternehmen damit aufhören, ihre Produktionsstandorte im Ausland weiter auszubauen oder ­sogar Arbeitsplätze von dort in die Schweiz verlegen.

In den zurückliegenden zehn Jahren haben grosse und auch kleinere Schweizer Firmen ­mehrere hunderttausend Stellen im Ausland geschaffen, in der Schweiz hingegen ging wenig bis gar nichts. Howald: «Für das Ausland sprechen bei den Unternehmen die bessere Verfügbarkeit von Fachkräften, die Nähe zu den Absatzmärkten und die ­geringeren Kosten. Denn der Franken ist nach wie vor überbewertet.» Vor allem die Rekrutierung von Personal mit technischer Ausbildung sei schwierig geworden. «Wir haben mit einer Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent faktisch Vollbeschäftigung. Viele Betriebe müssen sich darum im Ausland auf die Suche ­begeben», sagt Howald. Einige bauen darum gleich ihre Standorte ausserhalb der Schweiz aus.

Trotz der Investitionen im Ausland und Schwierigkeiten mit dem ausgetrockneten Arbeitsmarkt erkennt Howald eine Trendumkehr bei der Industrie. «Der Ausbau des Auslandengagements bringt bei den Unternehmen auch viele neue Arbeitsplätze am Firmensitz mit sich.»

Rückgang auf hohem Niveau im Gesundheitswesen

Nebst den Industriearbeitsplätzen nahmen auch die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Baubranche und bei Unternehmensdienstleistern (Treuhänder, Steuerberater etc.) zu. Leicht weniger geworden sind die Stelleninserate aus dem Gesundheitswesen, sie befinden sich aber nach wie vor auf hohem Niveau. Die Fachleute erwarten nun eine Verflachung des Arbeitsplatzwachstums. «Nach einem deutlichen Anstieg der Stellenanzeigen scheint sich der Trend abzuschwächen und auf hohem Niveau zu verharren», sagt Jan Müller vom Stellenmarkt-Monitor der Universität Zürich.

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