Industrie
Zuger Beteiligungsgesellschaft Invision kauft Reichelt von Dätwyler

Der Altdorfer Konzern trennt sich von der letzten Handelseinheit.

Drucken

Der Urner Industriezulieferer Dätwyler hat mit der Zuger Beteiligungsgesellschaft Invision eine Käuferin für seinen Onlinedistributor Reichelt gefunden. Der Vollzug des Vertrags ist vorbehältlich der Erfüllung der üblichen Vollzugsbedingungen im Verlauf des Herbsts 2021 vorgesehen, teilte Dätwyler am Montag mit. Über Einzelheiten der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Invision mit Sitz in Zug und Düsseldorf verfüge über langjährige Investitions- und Managementerfahrung aus mehr als 60 Akquisitionen seit 1997 und wolle das Potenzial und die Entwicklung von Reichelt zusammen mit dem bestehenden Management weiter mit Kapital und Know-how fördern, heisst es in der Mitteilung. Die Investmentfirma hält aktuell vorwiegend Beteiligungen von Schweizer und deutschen Firmen. Dazu gehört zum Beispiel die Parkresort-Rheinfelden-Gruppe oder das Aargauer Unternehmen SkySale Schweiz, das unter apfelkiste.ch einen der bekanntesten Schweizer Onlineshops betreibt. Vor drei Jahren hat Invision die Mehrheit der Kadi AG mit Sitz im oberaargauischen Langenthal übernommen. Kadi stellt Kühl- und Tiefkühlprodukte wie Pommes frites her.

Handel abgestossen, Fokus auf Produktion

Als Onlinedistributor von elektronischen Komponenten hat Reichelt letztes Jahr mit 280 Mitarbeitenden einen Umsatz von 188,8 Millionen Franken erwirtschaftet. Dätwyler hatte schon länger kommuniziert, dass für Reichelt ein neuer Besitzer gesucht wird. Der Konzern mit Hauptsitz in Altdorf hatte bereits letztes Jahr die beiden Distributionsunternehmen für elektronische Komponenten Distrelec und Nedis verkauft. Mit dem Verkauf von Reichelt an Invision wird Dätwyler nun zum reinen Spezialisten für systemkritische Elastomerkomponenten. «In der nun kommenden Phase werden wir uns auf das organische Wachstum sowie auf gezielte Akquisitionen zur nachhaltigen Stärkung des bestehenden Geschäfts fokussieren. Die hohe Nachfrage bestätigt das vielversprechende Potenzial für die Zukunft», lässt sich Dätwyler-CEO Dirk Lambrecht zitieren.

Die Komponenten von Dätwyler kommen etwa in der Gesundheits-, Auto- und Lebensmittelindustrie zum Einsatz. Dätwyler investiert am Standort Schattdorf in den drei Jahren zwischen 2020 und 2022 mindestens 80 Millionen Franken in den Ausbau der Produktionskapazitäten und in die Automatisierung des Schweizer Werks. (mim)