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INDUSTRIE: Zukäufe machen sich bezahlt

Der Urner Konzern Dätwyler erzielt ein Umsatzplus von 24 Prozent. Grund dafür sind zahlreiche Zukäufe. Das organische Wachstum bleibt aber bescheiden.
Bernard Marks
In der Bauindustrie konnte der Urner Konzern deutlich zulegen. Im Bild wird ein Tunnel beim Flughafen Zürich mit sogenannten Tübbingelementen von Dätwyler abgedichtet. (Bild: PD)

In der Bauindustrie konnte der Urner Konzern deutlich zulegen. Im Bild wird ein Tunnel beim Flughafen Zürich mit sogenannten Tübbingelementen von Dätwyler abgedichtet. (Bild: PD)

Die in Altdorf beheimatete Dätwyler-Gruppe wächst rasant. So hat der Nettoumsatz des Urner Konzerns allein im ersten Halbjahr 2013 um 24 Prozent auf 706,4 Millionen Franken zugenommen. Im Juni des Jahres 2012 lag der Umsatz noch bei lediglich 569,8 Millionen Franken. Zu dieser erfreulichen Steigerung haben vor allem die im zweiten Halbjahr 2012 akquirierten Unternehmen beigetragen. Die niederländische Nedis-Gruppe, die chinesische Zhonding Sealtech sowie die koreanische Hankook Sealtech steuerten 109,2 Millionen Franken oder 19,2 Prozent zum Umsatz bei. Auch personell wuchs das weltweit tätige Unternehmen. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 5400 auf nunmehr 7000 Mitarbeiter.

Nettoergebnis überzeugt

«Der Kauf von Unternehmen ist mittelfristig ein Teil unserer Wachstumsstrategie», begründet der CEO des Urner Konzerns, Paul Hälg, die Wachstumsstrategie gegenüber unserer Zeitung. «Solange sich uns für unser Geschäft auf diese Weise Wachstumschancen bieten, werden wir diese im Rahmen unserer Möglichkeiten auch ausnutzen», so Hälg weiter. Die Voraussetzungen dafür sind denkbar gut. Denn für weitere Akquisitionen ist die Kriegskasse der Altdorfer immer noch reich gefüllt. Die Eigenkapitalquote der Dätwyler-Gruppe liegt bei 56,6 Prozent. «Vor allem haben wir auch ausreichend flüssige Mittel von 166 Millionen Franken», betont Hälg.

Die Geschäfte laufen gut bei Dätwyler. Die Gruppe ist ein international tätiger Industriekonzern, der als Zulieferer für verschiedene Bereiche der Industrie und Verteiler technischer und elektronischer Komponenten tätig ist. «Die Dätwyler-Gruppe hat sich mit dem Euro-Franken-Wechselkurs arrangiert», sagt dazu Hälg. Aktuell seien nur noch rund 5 Prozent des Konzernumsatzes direkt dem Euro-Franken-Wechselkurs ausgesetzt. Dafür wurde der Konzern umgebaut. Per Ende 2012 wurden die Konzernbereiche von vier auf zwei reduziert.

Ausrichtung hat sich bewährt

Im Dezember 2012 verkaufte Dätwyler seine gesamte Kabelsparte an den Mehrheitsaktionär Pema Holding AG. Der Grund: Die Kabelsparte unterlag bis zuletzt insbesondere in den europäischen Märkten einem hohen Preis- und Wettbewerbsdruck. Dank der starken Marktposition in China konnte der Umsatzrückgang zwar begrenzt werden. Aber der Umsatz ging trotzdem zurück.

Zudem wurden die Bereiche Pharmaverpackungen und Dichtungen für die Automobil- und Bauindustrie zusammengelegt. Seit Beginn des Jahres 2013 konzentriert Dätwyler auf die zwei Sparten «Technische Komponenten» und «Sealing Solutions» (Dichtungen für die Automobilindustrie sowie pharmazeutische Verpackungen).

Diese Neuausrichtung hat sich bereits ausbezahlt. Der Konzern setzt alles daran, die Umsatzmarke von 1,4 Milliarden aus dem Jahr 2012 auch in diesem Jahr zu übertreffen. Das Betriebsergebnis Ebit nahm auf dieser Vergleichsbasis um 27,9 Prozent von 60,6 Millionen Franken auf 77,5 Millionen Franken zu. Um Sondereffekte wie Restrukturierungskosten, Pensionskasse und Immobilienverkäufe bereinigt, beträgt der Ebit 83,4 Millionen Franken. Das Nettoergebnis nahm trotzdem im ersten Semester 2013 um 32,3 Prozent von 43,0 Millionen Franken auf 56,9 Millionen Franken zu.

Organisch kann der Konzern allerdings im ersten Halbjahr 2013 mit einem Plus von 2,6 Prozent nur gering wachsen. Aber dies könne sich allerdings laut CEO Paul Hälg schon bald ändern. Ein wesentlicher Grund dafür könnte laut Hälg eine spürbare Erholung der Wirtschaft im Euroraum liefern.

Ausblick ist positiv

Im Konzernbereich Technical Components werde Dätwyler durch den Ausbau des Produktsortiments sowie durch die Durchdringung von neuen Märkten in Europa weiterwachsen, teilte das Unternehmen gestern mit. Im Konzernbereich Sealing Solutions arbeite der Konzern an der Erschliessung neuer Marktsegmente sowie an der Expansion in neue Länder, beispielsweise in Südamerika.

Für die Zukunft ist Dätwyler überzeugt, dass Massnahmen wie die Investitionen in die Erweiterung der Produktsortimente, in das Marketing sowie in die gemeinsame Logistik, aber auch in die Informationstechnologie die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns steigern werden. Dätwyler rechnet für 2013 nach wie vor mit einer Ebit-Marge zwischen 10 und 13 Prozent. Beim Umsatz rechnet das Unternehmen mit 1,4 Milliarden Franken.

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