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Regionale Firmen drängen ins Weltall

Zwar hat es noch kein Zentralschweizer je in den Kosmos geschafft. Ganz anders sieht es allerdings bei Materialien für Raketen, Satelliten oder Roboter aus. Nasa, ISS oder ESA setzen immer mehr auf Präzisionsbauteile aus der Region.
Raphael Bühlmann
Blick in die Raumfahrthalle des Industrie- und Rüstungskonzerns Ruag. (Bild: Roger Grütter (Emmen, 17. März 2016))

Blick in die Raumfahrthalle des Industrie- und Rüstungskonzerns Ruag. (Bild: Roger Grütter (Emmen, 17. März 2016))

«Freude herrscht.» Unvergessen ist Adolf Ogi, der 1992 dem ersten Schweizer Astronauten Claude Nicollier die Grussbotschaft des Bundesrats ins Spaceshuttle ­Atlantis entsandte. Zwar ist der Waadtländer Nicollier noch immer der einzige Eidgenosse, der je die Gravitationskraft der Erde überwunden hat. Das bedeutet aber nicht, dass die Schweiz in der internationalen Raumfahrt keine Rolle spielt. Im Gegenteil.

Insbesondere auch in der Zentralschweiz haben verschiedene Unternehmen Kompetenzen entwickelt, die wesentlich zum Gelingen heutiger Weltraummissionen beitragen. So jüngst geschehen mit dem Nasa-Roboter InSight. Nach 485 Millionen Kilometer Flug setzte dieser vergangene Woche nördlich des Mars-Äquators zur Landung an. Damit eine Energieversorgung am Boden schnell gewährleistet werden konnte, mussten die Solarpanels möglichst rasch ausgefahren werden. Für den reibungslosen Ablauf sorgten dabei Kleinmotoren aus Sachseln.

Mit grosser Wucht in den Marsboden vordringen

Die Maxon Motor AG zählt seit der ersten Marsmission mit dem Roboter Pathfinder zum Zulieferer der US-Raumfahrtbehörde Nasa und hat ihre entsprechenden Kompetenzen in der Zwischenzeit ausgebaut. Bei «InSight» ist ebenfalls ein DCX-22-Motor aus den Werkshallen am Sarnersee verbaut. «Konkret befinden sich Motor und Getriebe in einem Bolzen. Dieser dringt fünf Meter tief in den Boden vor, indem der Motor mit jeder Umdrehung eine Feder spannt, die sich dann mit grosser Wucht entlädt und einen Schlag nach unten auslöst», so die Erklärung der Firma.

Ein anderer Roboter ist Mitte November in der Internationalen Raumstation (ISS) eingesetzt worden. Der künstliche Astronaut, der auf den Namen Cimon hört, ist eine fünf Kilogramm schwere Kugel mit 32 Zentimeter Durchmesser. Entwicklung und Bau wurden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Auftrag gegeben und von Airbus in Friedrichshafen und Bremen umgesetzt. In Hergiswil, im Biotechnology Space Support Center(Biotesc) der Hochschule Luzern, befindet sich das Bodenkontrollzentrum von Cimon. Der Roboter soll den Astronauten tägliche Routinearbeit abnehmen, ihnen aber auch als Berater oder Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Ebenfalls für die ISS ­entwickelte die Surseer Firma KNF Flodos weltraumtaugliche ­Flüssigkeitspumpen. Diese seien ­Bestandteil eines neuen Lebenserhaltungssystems für die Raumstation. Das komplette System ist für die Luftreinigung und Sauerstoffproduktion zuständig.

Für die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist das Luzerner Technologieunternehmen Schurter seit mehr als zehn Jahren der einzige Lieferant von Sicherungen für Space-Anwendungen. Nach eigenen Angaben deckt Schurter derzeit alle aktuellen Anforderungen für Satelliten ab. «Die enge Vernetzung und jahrelange Zusammenarbeit mit der Raumfahrtindustrie führen zu einem hohen Fachwissen im Segment Luft- und Raumfahrt», schreibt Schurter.

Im neuen Space Composite Center in Emmen produziert der Industrie- und Rüstungskonzern Ruag die Nutzlastverkleidung für die europäische Trägerrakete Ariane 6. Diese 17 Meter langen Halbschalen, basierend auf Karbonfaser-Verbundwerkstoffen, werden mit Hitze produziert und in einem Industrieofen ausgebacken. Durch Investitionen in den moderneren Produktionsprozess konnten die Her­stellungskosten laut Ruag um 40 Prozent verringert werden. In Emmen werden jährlich sechs Einheiten ausgeliefert.

Spaceshuttles verkabeln

Mit Komax und Bossard setzen zwei weitere Zentralschweizer Grossfirmen auf den Zukunftsmarkt Weltall. Die auf Verbindungstechnik spezialisierte Bossard-Gruppemit Sitz in Zug etwa sucht den Anschluss in der Luft- und Raumfahrtindustrie. «Da sind wir auf der Suche nach Akquisitionen», erklärte CEO David Dean bereits vor eineinhalb Jahren. Man habe den Markt analysiert, und dieser sei spannend für Bossard. Seither seien zwar noch keine Akquisitionen im Bereich der Flugfahrt erfolgt, aber Bossard liefere bereits heute Teile in dieses Industriesegment. Dies mache jedoch weniger als ein Prozent des Gruppenumsatzes aus.

Auch der Hersteller von Kabelverarbeitungsmaschinen Komax mit Sitz in Dierikon, dessen Geräte bisher vor allem in der Autoindustrie zum Einsatz kommen, verfügt nach eigenen Angaben über Technologien für die Verkabelung von Spaceshuttles. So habe das Unternehmen bereits mehreren Kunden aus dem Raumfahrtsektor Lösungen wie Laserabisoliergeräte und intelligente Verlegebretter geliefert.

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