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INVESTITIONEN: Klebebandhersteller Siga baut in Schachen aus

Der Klebebandhersteller Siga verdoppelt seine Produktionskapazität am Standort Schachen. Bereits schauen die Besitzer auf weitere Landreserven.
Maurizio Minetti
Spatenstich der Firma Siga am Standort Schachen: Zur Schaufel griffen (von links nach rechts) Firmeninhaber Marco Sieber, Regierungsrat Robert Küng (FDP), Kantonsratspräsidentin Vroni Thalmann (SVP), Firmeninhaber Reto Sieber, Firmen-CEO Patrick Stalder und Projektleiter Rafael Hunziker. (Bild: Pius Amrein (27. September 2017))

Spatenstich der Firma Siga am Standort Schachen: Zur Schaufel griffen (von links nach rechts) Firmeninhaber Marco Sieber, Regierungsrat Robert Küng (FDP), Kantonsratspräsidentin Vroni Thalmann (SVP), Firmeninhaber Reto Sieber, Firmen-CEO Patrick Stalder und Projektleiter Rafael Hunziker. (Bild: Pius Amrein (27. September 2017))

Maurizio Minetti

Die Sonne schien dem Luzerner Wirtschaftsdirektor Robert Küng direkt ins Gesicht, als er gestern Nachmittag in Schachen seine Ansprache hielt. Der Luzerner Regierungsrat war mit Kantonsratspräsidentin Vroni Thalmann und Gemeindevertretern angereist, um dem Spatenstich von Siga beizuwohnen. Der Hersteller von Hochleistungsklebebändern für Gebäudehüllen hat gestern einen weiteren Neubau in Angriff genommen. Zusätzlich wird das bestehende Bürogebäude aus den Neunzigerjahren energetisch saniert.

In den Neubau in Schachen investiert Siga zunächst 16 Millionen Franken. Dieser soll in eineinhalb Jahren 3000 Quadratmeter Produktionsfläche und weitere 2000 Quadratmeter Büro- und Laborfläche für Forschung und Entwicklung bieten. Damit werden die Kapazitäten mehr als verdoppelt. Weitere 14 Millionen Franken werden in neue Fertigungsanlagen während der nächsten fünf Jahre investiert.

Dutzende neue Arbeitsplätze am Innovationszentrum

Der Ausbau in Schachen ist bereits das vierte Bauprojekt von Siga im Kanton Luzern. 1992 entstand der erste Standort in Schachen. Im Jahr 2000 erfolgte der Bau des Hauptsitzes in Ruswil. 2013 wurde der Standort Ruswil erweitert und ein Gästehaus mit 75 Zimmern eröffnet.

Regierungsrat Robert Küng erinnerte an die Anfänge der Firma, die 1966 vom Ehepaar Sieber-Gadient am Küchentisch gegründet wurde. Als Produktionsräume dienten zunächst Küche und Garage, später wurde der Hühnerstall zur zweiten Produktionsstätte ausgebaut. Heute, mehr als 50 Jahre später, beschäftigt die Firma insgesamt 430 Personen. Die Hälfte arbeitet an den Standorten Ruswil und Schachen, die andere Hälfte in 20 Ländern, wo Siga aber nicht produziert, sondern lediglich Vertriebsgesellschaften unterhält.

In den letzten Jahren hat Siga ein bemerkenswertes Wachstum hingelegt. Pro Jahr schafft die Firma 20 bis 40 Stellen. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank Anfang 2015 hat Siga zwar getroffen, doch die Firma blieb profitabel und konnte Stellen schaffen. Und so soll es auch weitergehen: Siga-CEO Patrick Stalder stellte gestern die Schaffung Dutzender Arbeitsplätze in Aussicht. «Auch in Ruswil werden wir weiter ausbauen», sagte er. Neben neuen Arbeitsplätzen in der Produktion entstehen im Innovationszentrum in Schachen 40 Arbeitsplätze für Forschung, Entwicklung, Produktmanagement, Engineering und Qualitätsmanagement. «Unsere Mitarbeitenden sind der wichtigste Faktor für den zukünftigen Erfolg», sagte Stalder vor seiner Belegschaft. Man werde den Umsatz im laufenden Jahr wohl erneut im zweistelligen Prozentbereich auf über 100 Millionen Franken steigern können.

Anhaltender Erfolg dank Toyota-Methodik

Siga gehört den Brüdern Reto und Marco Sieber. Die beiden besitzen noch weitere Landreserven für einen allfälligen künftigen Ausbau der Kapazitäten. «In Ruswil stossen wir bereits wieder an die Decke», sagte Marco Sieber. Man besitze aber noch Reserven, um die Kapazitäten in Ruswil zu verdoppeln. Auch in Schachen wird es in den nächsten Jahren bei Bedarf möglich sein, die Fläche nach dem jetzigen Ausbau noch einmal zu verdoppeln.

Der Erfolg von Siga hat viel zu tun mit dem sogenannten Siga Management System, das auf einer Methodik des japanischen Autoherstellers Toyota basiert: Dabei werden alle Produkte und Prozesse in Produktion, Verkauf und Administration ständig verbessert. CEO Stalder sagte einmal: «Ohne dieses System könnten wir heute unsere Produkte nicht mehr wettbewerbsfähig im Hochlohnland Schweiz herstellen.» Ein Kernelement des Systems ist, dass von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter 50 Verbesserungsvorschläge pro Jahr erwartet werden – das sind insgesamt über 20000 Vorschläge pro Jahr. Jeden zweiten Mittwoch steht die Produktion still, und die Belegschaft versammelt sich, um an den Abläufen zu schrauben.

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