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INVESTOR: Yunfeng Gao plant langfristig

Der chinesische Hotelinvestor Yunfeng Gao stellte sich gestern im Luzerner Hotel Palace dem Personal vor. Uns gab er jetzt Auskunft über seine Hotelstrategie.
Interview Rainer Rickenbach
Der chinesische Multimillionär Yunfeng Gao gestern im Hotel Palace. (Bild Eveline Beerkircher)

Der chinesische Multimillionär Yunfeng Gao gestern im Hotel Palace. (Bild Eveline Beerkircher)

Yunfeng Gao, Sie investieren in drei Hotels der Zentralschweiz. Was fasziniert Sie an den Luxushäusern der Region?
Yunfeng Gao:
Die Zentralschweiz ist eine touristische Perle. Ich bin überzeugt, dass diese Region ihre starke Rolle im Tourismus weiter ausbaut. Für mich bilden die Hotels auf Melchsee-Frutt, in Engelberg und nun auch das «Palace» in Luzern eine Trilogie. Melchsee-Frutt verfügt über eine grossartige Alpenatmosphäre, in der man Ruhe findet. Engelberg hat ein gut funktionierendes Dorfleben und den Titlis. Luzern mit dem Vierwaldstättersee ist eine schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, einem grossen Kulturangebot und fast schon mediterranem Flair. Das alles befindet sich in einem Umkreis von wenigen Kilometern im Herzen der Schweiz.

Werden Sie die Hotelgruppe ausbauen und weitere Hotels in der Region kaufen?
Gao:
Das ist vorläufig nicht vorgesehen.

Die Schweizer Hotellerie macht im Moment eine schwierige Zeit durch. Haben Sie keine Angst, dass sich die Investitionen nicht auszahlen?
Gao:
Mein Engagement beruht auf einer langfristigen Planung. Tradition verpflichtet. Ein Blick zurück macht deutlich: All die wunderbaren Hotels wie das Hotel Europäischer Hof in Engelberg oder das Hotel Palace in Luzern wurden von Schweizern realisiert. Mein Respekt vor diesen Hotelpionieren ist sehr gross. Ich bin überzeugt: Wenn das Angebot stimmt, kann man ein Hotel auch in schwierigen Zeiten erfolgreich führen. Dafür braucht es die richtigen Partner vor Ort, und die habe ich mit den Verantwortlichen der Eberli Sarnen AG gefunden.

Was stimmt Sie so zuversichtlich?
Gao:
In der Hotellerie muss man sehr flexibel sein und sein Angebot ständig den Bedürfnissen der Gäste anpassen. Was heute gut ist, kann morgen schon un­interessant sein. Ein Hotelbetrieb sollte dynamisch geführt sein und die Bedürfnisse sowohl der internationalen Gäste als auch der einheimischen Bevölkerung mit einbeziehen. Schlägt die einheimische Bevölkerung einen Bogen um das Hotel, dann hat man schon verloren.

In welchen Zeiträumen rechnen Sie? Ab wann werden die Investitionen Rendite abwerfen?
Gao:
Wie bereits erwähnt sind meine Investitionen von langfristiger Natur. Wer in kurzfristigen Zeiträumen plant und rechnet, sollte besser die Finger von Hotelinvestitionen lassen.

Die Zentralschweiz profitiert stark vom Reiseboom der Asiaten. Doch vor allem die Uhren- und Schmuckindustrie profitiert davon, die Hotels verdienen wenig daran.
Gao:
Da bin ich nicht gleicher Meinung. Wenn das Angebot stimmt, ist der Gast durchaus bereit, dafür auch einen angemessenen Preis zu bezahlen.

Das Luzerner Hotel Palace ist ein altehrwürdiges Haus aus der Gründerzeit des Tourismus. Was haben Sie damit vor, nachdem nun die Kaufmodalitäten erledigt sind?
Gao:
Meine Partner von Eberli Sarnen werden als Erstes ein Konzept für den Umbau des Hotels erarbeiten. Das Hotel soll den Bedürfnissen der heutigen Gäste angepasst werden.

Eine der Zielgruppen für das «Palace» sind vermögende Landsleute von Ihnen. Wie machen Sie ihnen die Schweiz und Luzern schmackhaft?
Gao:
Das ist nicht schwer. Die Schweiz geniesst in China einen exzellenten Ruf. Es ist der Wunsch eines jeden Chinesen, sie mindestens einmal besucht zu haben.

Wie bringen Sie mehr Einheimische in das «Palace»?
Gao:
Man muss das Rad nicht neu erfinden. So wie wir auf Melchsee-Frutt die einheimische Bevölkerung für das Hotel Frutt Lodge gewinnen konnten, sollen sich die Luzerner im Hotel Palace wie zu Hause fühlen.

Mit dem Hotel Europäischer Hof in Engelberg haben Sie erlebt, wie private Einsprachen ein von den Behörden bewilligtes Projekt über drei Jahre lang verzögerten. Würden Sie dieses Projekt heute noch einmal angehen?
Gao:
Ja, auf jeden Fall. Es war für mich als Nichtschweizer zuerst schwierig, zu verstehen, dass in einem Land mit so grosser Gesetzesdichte eine Baubewilligung nicht sofort Gültigkeit hat. Mit meinem Engagement in der Schweiz akzeptiere ich die Schweizer Gesetze und damit auch die Tatsache, dass es trotz einer Baubewilligung Einsprachen geben kann. Hier hatten meine Partner von Eberli Sarnen ein hohes Mass an Aufklärungsarbeit zu leisten. Trotzdem fühle ich mich in Engelberg jederzeit sehr willkommen, und das freut mich.

Das Hotel Frutt Lodge ist Ihr erstes Schweizer Hotel, das in Betrieb ist. Expandieren Sie auf der Melchsee-Frutt weiter?
Gao:
Der Betrieb Hotel Frutt Lodge hat sich in den vier Jahren sehr positiv entwickelt. Mit der Eröffnung des Hotels Frutt Family Lodge heute Donnerstag ist mein Engagement auf Melchsee-Frutt abgeschlossen und das Resort komplett. Melchsee-Frutt hat heute ein hervor­ragendes Hotelangebot, das sich für längere Aufenthalte bestens eignet.

Die Schweizer Exportwirtschaft ist stark in China engagiert. Was hat die Wachstumsschwäche in Ihrem Land zu bedeuten?
Gao:
Das Wirtschaftswachstum in China von aktuell rund 7 Prozent bedeutet weltweit betrachtet nach wie vor einen Spitzenwert. Die momentan in Europa registrierte Abkühlung ist eine normale Folge des Umbaus der chinesischen Wirtschaft. Das Wachstum soll auf eine breitere Basis gestellt werden. Die bisherigen Investitionen in die Infrastrukturen und den Wohnungsbau werden zurückgefahren. Neu wird vermehrt in das Bildungswesen, den Dienstleistungssektor und in die Hightech-Industrie investiert.

Bild: Grafik Oliver Marx/Neue LZ

Bild: Grafik Oliver Marx/Neue LZ

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