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Investoren, vergesst das Timing!

Wirtschaftsredaktor Daniel Zulauf zu den aktuellen Verwerfungen an an den Aktienmärkten.
Daniel Zulauf
Daniel Zulauf.

Daniel Zulauf.

Die Statistik der vergangenen 70 Jahre sagt: Eine durchschnittliche Börsenhausse dauert knapp sechs Jahre mit einem Kursgewinn von 190 Prozent. Doch inzwischen stehen wir bereits im zehnten Jahr der Hausse, die im März 2009, wenige Monate nach dem Beinahe-Kollaps des Weltfinanzsystems, ihren Anfang nahm. Der Swiss-Performance-Index hat seither fast 290 Prozent zugelegt. Wer sich allein auf die Statistik verliess, hat also viel verpasst. Fahren vorsichtige Investoren somit schlechter? Nicht unbedingt. Um bei der Statistik zu bleiben: Historisch gesehen verlieren Aktien in einer durchschnittlichen Baisse ein gutes Drittel ihres Wertes. Sollten die Kursrückschläge von dieser Woche den Beginn einer solchen Baisse angezeigt haben, dann wären die Vorsichtigen und die Mutigen bald wieder gleich weit. Der langen Rede kurzer Sinn: Das Timing an der Börse ist Glücksache und endet letztlich meistens in einem Nullsummenspiel.

Die Börse sendet irreführende Signale aus.

Doch die mithin wichtigsten Investitionsentscheidungen in unserem Leben treffen wir nicht selber. Diese Verantwortung tragen unsere Pensionskassen. Für diese war der Aktienboom ein Segen. Der Aktienanteil am gesamten Pensionskassenvermögen der Schweiz hat sich seit dem Jahr 2008 von 23 Prozent auf über 32 Prozent erhöht. Die Kursgewinne haben die Kosten der Negativzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank mehr als wettgemacht. Doch der rasant steigende Aktienanteil passt schlecht zu der ebenfalls rasch zunehmenden Lebenserwartung der Bevölkerung. Je mehr Pensionäre die Kassen mit monatlichen Renten versorgen müssen, desto weniger können sie sich Verluste leisten. Die Kassen wären also gut beraten, einen Teil ihrer aufgelaufenen Gewinne mitzunehmen. Aber weil es auch keine Alternativen gibt, harren die Kurse auch in dünner Luft weiter aus. Die Börse sendet irreführende Signale aus. Ihre Stabilität ist weit weniger gut verankert, als es auch diese Woche wieder den Anschein gemacht hat.

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